Home Assistant 2026.8 ist kein Release, das einem die Sprache verschlägt. Aber es ist eines, das man merkt. Port 8123 verschwindet bei neuen Installationen, Entity-IDs lassen sich endlich systemweit konfigurieren, der Mond bekommt einen eigenen Trigger und Geräte werden sauber pro Integration getrennt. Ich habe mir alle Punkte an meiner eigenen Instanz angeschaut und zeige dir hier, was sich konkret geändert hat und wie du die Neuerungen direkt ausprobieren kannst.
Was du brauchst, bevor du loslegst
Für das Update selbst brauchst du mindestens Home Assistant 2026.7. Wichtiger ist aber, dass du vorher ein vollständiges Backup erstellt hast, das auch extern gesichert ist, also auf Google Drive, einem NAS oder sonst wo außerhalb deines Home-Assistant-Geräts.
Wer die Beta testen will, sollte das auf einer separaten Testinstanz machen, zum Beispiel in einer VM oder auf einem Zweitgerät. Die Produktivinstanz ist kein Spielplatz für Betas. Die finale Version 2026.8 ist am 5. August 2026 erschienen, die Beta lief bereits seit dem 22. Juli.
Für den Mond-Trigger brauchst du außerdem die Moon-Integration. Die ist kostenlos, kein Gerät nötig, einfach hinzufügen und fertig.
Schritt 1: Backup und Update
Zuerst das Backup. Einstellungen → System → Backups → Backup erstellen. Warten bis es fertig ist, dann prüfen, dass es wirklich extern gesichert wurde. Erst danach das Update anspielen.
Das Update selbst findest du unter Einstellungen → System → Updates → Update installieren. Wer in den Beta-Kanal wechseln möchte, findet die Option im Drei-Punkte-Menü auf der Update-Seite. Dann taucht 2026.8.0b* auf und du kannst die Beta installieren.
Schritt 2: Geräte-Trennung und Reparaturen prüfen
Eine der größeren Änderungen im Hintergrund: 2026.8 legt Geräte nicht mehr über mehrere Integrationen zusammen. Ein Apple TV, das bisher sowohl über die Apple-TV-Integration als auch über HomeKit eingebunden war, bekommt jetzt pro Integration einen eigenen Eintrag. Das Gleiche gilt für einen Shelly, der zusätzlich als Router-Tracker auftaucht.
Die Auftrennung passiert automatisch beim ersten Start nach dem Update. Bereiche, Etagen, Labels und Namen bleiben dabei erhalten. Trotzdem lohnt es sich, danach einen kurzen Check zu machen.
- Einstellungen → System → Reparaturen öffnen
- Alle Meldungen zur Geräte-Trennung abarbeiten
- Geräte mit mehreren Quellen stichprobenartig prüfen, also die Geräteseite öffnen und die Entities kontrollieren
- Automationen, die auf Geräte statt auf Entities zielen, einmal öffnen und das Ziel prüfen
Wichtig: Entity-basierte Automationen sind von der Trennung nicht betroffen. Aufpassen musst du nur bei Geräte-Triggern und Geräte-Aktionen. Die könnten nach dem Update auf den falschen der aufgetrennten Einträge zeigen.
Falls ein Gerät nach dem Update doppelt auftaucht, ist das kein Fehler, sondern genau diese neue Geräte-Trennung. Reparaturen abarbeiten, nichts manuell löschen.
Schritt 3: Entity-ID-Format systemweit festlegen
Mit 2026.6 hat Home Assistant ein Bereichs-Präfix für neue Entity-IDs eingeführt. Das war nicht bei allen gut angekommen, ich habe das auch in den Kommentaren beobachtet. Mit 2026.8 gibt es jetzt eine systemweite Einstellung, mit der du selbst festlegst, wie neue Entity-IDs formatiert werden.
- Einstellungen → System öffnen und die Entity-ID-Option suchen
- Gewünschtes Format wählen, mit oder ohne Bereichs-Präfix
- Zum Testen einen Helfer anlegen: Einstellungen → Geräte & Dienste → Helfer, Bereich zuweisen
- Entity öffnen → Zahnrad → Entitäts-ID prüfen, danach den Testhelfer wieder löschen
Du kannst das Format sogar per Drag and Drop zusammenstellen und siehst in einer Vorschau unten, wie die fertige Entity-ID dann aussieht. Der Default sieht so aus, dass zuerst der Bereich, dann der Gerätename und dann die Entität kommt. Das kannst du aber frei anpassen, zum Beispiel die Etage mit reinnehmen oder andere Bestandteile anders anordnen.
Achtung: Bestehende Entity-IDs werden nicht umbenannt. Die Einstellung gilt nur für Entities, die nach dem Update neu angelegt werden.
Schritt 4: Mond-Trigger einrichten
Neu ist ein eigener Trigger für Mondphasen. Ob man das braucht, ist eine andere Frage. Es geht jetzt jedenfalls, und zwar ohne YAML-Kenntnisse.
- Moon-Integration prüfen oder hinzufügen: Einstellungen → Geräte & Dienste → Integration hinzufügen → "Moon"
- Einstellungen → Automatisierungen & Szenen → Automation erstellen
- Trigger hinzufügen, nach "Mond" suchen
- Phase wählen: Vollmond, Neumond oder jeden Phasenwechsel
- Aktion definieren, zum Beispiel Licht, Ansage oder Benachrichtigung
Wer YAML bevorzugt, kann natürlich auch weiterhin den Sensor direkt abfragen:
triggers:
- trigger: state
entity_id: sensor.moon_phase
to: "full_moon"Die möglichen Zustände des Sensors sind new_moon, waxing_crescent, first_quarter, waxing_gibbous, full_moon, waning_gibbous, last_quarter und waning_crescent. Der neue UI-Trigger nimmt dir genau dieses Wissen ab, du musst die Bezeichnungen also nicht auswendig kennen.
Schritt 5: Karten-Favoriten im Dashboard
Das ist eine kleine Neuerung, die ich tatsächlich wahnsinnig praktisch finde. Wenn du im Dashboard auf das Stiftsymbol klickst und dann eine neue Karte hinzufügen willst, siehst du jetzt im Tab "Nach Karte" ein Favoriten-Icon in der Ecke jedes Kartentyps. Kartentypen, die du oft nutzt, kannst du damit oben anheften.
- Dashboard öffnen → Stiftsymbol → + Karte hinzufügen
- In den Tab "Nach Karte" wechseln
- Favoriten-Icon an den Kartentypen anklicken, die du regelmäßig brauchst
- Card-Picker neu öffnen: deine Favoriten stehen jetzt oben
Wenn du keine Favoriten gesetzt hast, werden oben weiterhin empfohlene Karten angezeigt, die zum aktuellen Dashboard passen könnten. Ändert sich also nichts, solange du das Feature nicht aktiv nutzt.
Schritt 6: Port ohne YAML ändern
Neue Home-Assistant-OS-Installationen laufen ab 2026.8 ohne :8123 in der Adresse. Standard-Port ist jetzt 80. Wer bisher schon eine Instanz betreibt, muss nichts tun, der Port bleibt wie er ist.
Wer den Port trotzdem umstellen will, macht das jetzt direkt in der Oberfläche, ohne in der configuration.yaml rumzufummeln.
- Einstellungen → System → Netzwerk öffnen
- Neuen Port eintragen, zum Beispiel 80
- Browser mit der neuen Adresse verbinden und prüfen, ob alles funktioniert
- Companion-App prüfen: Einstellungen → Companion-App → Server-URL anpassen
Falls du einen Reverse-Proxy wie Nginx oder einen Cloudflare-Tunnel nutzt, zeigt der noch auf den alten Port. Den musst du mit umstellen. Die YAML-Option http: server_port: bleibt übrigens weiterhin gültig, wird also nicht abgeschafft.
Nach einem Portwechsel, bei dem du danach nicht mehr rankommst: alte Adresse mit :8123 probieren, Reverse-Proxy-Konfiguration prüfen, oder über die Konsole der VM ha core info aufrufen.
Schritt 7: Die kleineren Neuerungen
Ein paar Dinge verdienen noch kurz Erwähnung, weil sie im Alltag durchaus relevant sein können.
Tools statt Entwicklerwerkzeuge: Die Entwicklerwerkzeuge heißen jetzt "Tools" in der Sidebar. Ich habe kurz gesucht und dann festgestellt, dass "Entwickler Werkzeuge" in der Suche einfach nichts mehr findet. "Tools" oder "Werkzeuge" funktioniert. Das Template-Tool lässt sich außerdem in Größe und Position anpassen.
Template-Entities überleben Neustarts: Trigger-basierte Template-Sensoren zeigen nach einem Neustart sofort den letzten Wert statt unknown. Das lässt sich testen, indem du über Tools → YAML → Neu starten einen Restart machst und danach die Entity prüfst.
Aktivität als CSV exportieren: Unter Aktivität findest du jetzt oben rechts ein Drei-Punkte-Menü mit einem Download-Link. Du bekommst eine Activity-CSV, die du zum Beispiel in ein KI-Tool laden könntest, um das Log zu analysieren. Ob man das regelmäßig braucht, ist eine andere Frage. Schön, dass es geht.
Medien-Browser mit Suche: Der Medien-Browser durchsucht jetzt auch Integrationen, die Medien liefern, zum Beispiel Sonos oder den Radio Browser.
Entity-Filter nach Hersteller und Modell: Unter Einstellungen → Geräte & Dienste → Entitäten lässt sich jetzt nach Hersteller, Modell und Modell-ID filtern.
Update-Entity zeigt Neustart-Bedarf: Wenn ein Update einen Neustart braucht, steht das jetzt direkt an der Update-Entity.
Uhr-Karte mit Datum: In der Kartenkonfiguration der Uhr-Karte gibt es jetzt eine Option, das aktuelle Datum mit anzuzeigen.
Z-Wave Schlösser: Schlösser mit Benutzern und Zugangscodes werden jetzt unterstützt.
Schritt 8: Breaking Changes im Blick behalten
Ein paar Dinge können nach dem Update Probleme machen, wenn man nicht aufpasst.
Saugroboter: Das Attribut battery_level der Vacuum-Entity ist deprecated. Wer das auf dem Dashboard anzeigt, sollte auf den separaten Batterie-Sensor wechseln.
UniFi Protect: AI-Port-Geräte werden nicht mehr unterstützt.
ScreenLogic: Das konfigurierbare Polling-Intervall entfällt. Home Assistant pollt ab jetzt fest, du kannst das Intervall nicht mehr selbst einstellen.
Die vollständige Liste aller Breaking Changes findest du in den offiziellen Release Notes.
Neue Integrationen in 2026.8
Neben den Änderungen an bestehenden Funktionen kamen auch ein paar neue Integrationen dazu. Lokale KI-Modelle lassen sich jetzt einbinden, was ich in einem separaten Artikel schon behandelt habe. Midea Lan ist neu, Dyson ist dazugekommen und Google Home ist jetzt mit dabei. Das letzte Thema finde ich persönlich wahnsinnig interessant, weil Google dort eine offene API bereitstellt, mit der man in Home Assistant einiges anstellen könnte. Ich schaue mir das auf jeden Fall mal genauer an.
Insgesamt ist 2026.8 kein Release, das alles auf den Kopf stellt. Aber man merkt, dass das Team konsequent daran arbeitet, Home Assistant zugänglicher zu machen. Gerade für Leute, die nicht tief in die Technik einsteigen wollen. Das Port-Thema, die Entity-ID-Einstellung, der UI-Trigger für den Mond. Das alles macht Dinge möglich, für die man früher YAML anrühren musste. Nutz du schon den Mond-Trigger für irgendwas Sinnvolles? Ich bin gespannt auf eure Ideen in den Kommentaren.
