Ich schaue mir immer wieder gerne an, wie sich mein Home Assistant Setup über die Zeit verändert hat. Und irgendwann kommt dann der Punkt, wo man merkt, dass sich so viel geändert hat, dass es sich lohnt, das alles mal wieder in Ruhe aufzuschreiben. Genau das mache ich hier: ein ehrlicher Überblick über mein aktuelles Setup, was ich täglich nutze, was ich weniger nutze und was ich inzwischen wegelassen habe.
Das Haupt-Dashboard: alles auf einen Blick
Mein täglich genutztes Dashboard ist eigentlich relativ simpel aufgebaut, macht aber genau das, was ich brauche. Auf der linken Seite habe ich eine grobe Übersicht über Leuchten und Schalter im ganzen Haus. Direkt daneben läuft ein kleiner "Dad Joke of the Day", weil warum nicht.
Darunter ist eine Wettervorhersage für die nächsten Tage und eine Info, wann die nächste Mülltonne abgeholt wird. Was ich wahnsinnig praktisch finde, ist die Kaffeemaschinen-Steuerung direkt im Dashboard. Ich muss nicht erst in die Küche gehen, warten bis das Ding aufgeheizt ist und dann wieder wegrennen. Ein Klick hier, und wenn ich dann in der Küche ankomme, ist der Kaffee fertig.
Die zweite Spalte zeigt mir Büro, Wohnzimmer und Flur mit den Geräten, die ich da regelmäßig steuere. Garten, Kinderzimmer und Schlafzimmer sind auch noch mit dabei. Das Ganze ist mein Daily-Business-Dashboard, wie ich es nenne.
Spezial-Dashboards für Pflanzen, Fitness und Wartung
Neben dem Haupt-Dashboard habe ich noch ein paar thematische Dashboards, die ich je nach Bedarf aufmache.
Das Pflanzendashboard zeigt mir den Zustand meiner Pflanzen und ob ich dringend gießen sollte. Inklusive Wetterbericht, weil das thematisch einfach gut passt. Das Fitness-Dashboard habe ich rund um die Garmin Connect Integration gebaut. Da sehe ich mein Jahresziel, wie viele Kilometer ich schon geschafft habe, meine letzten Aktivitäten und einen kleinen Graphen über die Entwicklung. Ich sollte mehr Fahrrad fahren, das sagt mir das Dashboard sehr deutlich.
Das Wartungsdashboard ist ein bisschen technischer. Da steuere ich die Wohnraumlüftung per Modbus, habe eine Übersicht über Netzwerk und Festplatten, sehe meinen Proxmox-Server und kann bei Bedarf den Pool steuern.
Energie im Detail
Das Energie-Dashboard hat bei mir inzwischen einige Schichten. Ganz oben sehe ich die aktuelle Solarproduktion, den Netzbezug und den Ladestand der Batterien, sowohl von der SolarEdge-Anlage als auch von den Jackery-Akkus.
Darunter gibt es eine kombinierte Tagesansicht mit den PV-Werten vom Balkonkraftwerk und vom Dach, Import, Export und Eigenverbrauch, alles auf einen Blick. Was ich tatsächlich sehr aufschlussreich finde, ist die Jahreskosten-Übersicht pro Gerät. Da sehe ich z.B. dass der Coca-Automat dieses Jahr schon fast 96 Euro verbraucht hat. Das muss man wollen.
Das integrierte Energie-Dashboard von Home Assistant nutze ich trotzdem parallel, weil der Energiefluss-Graph einfach richtig gut ist. Da sehe ich auf einen Blick, von wo die Energie gerade kommt und wo sie hingeht. Welche Quelle speist gerade die Wärmepumpe, was lädt das Auto, wie viel kommt aus dem Netz? Das ist ein schönes Diagramm.
HACS-Integrationen, die bei mir täglich laufen
Im HACS-Store habe ich ein paar Integrationen, die für mich wirklich unverzichtbar sind.
Garmin Connect ist eine davon, weil darüber mein gesamtes Fitness-Dashboard lebt. Meross ist bei mir wahnsinnig verbreitet, ich habe mittlerweile fast alle smarten Steckdosen von denen, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis für meine Zwecke einfach passt. Magic Areas ist auch eine coole Integration für Anwesenheitserkennung auf Raumebene, da habe ich dazu auch schon einen eigenen Artikel geschrieben.
Power Calc finde ich ebenfalls praktisch. Damit kann man den Energieverbrauch von Geräten schätzen, die keine echte Messung mitbringen. Es ist natürlich nur ein Schätzwert, aber besser als gar nichts. Wash Data ist noch dabei und auch die Jackery-Integration, weil ich auf Jackery umgestiegen bin und den Wechselrichter damit integriert habe. Hey Miles habe ich in dem Zug direkt wieder rausgeworfen.
Das mobile Dashboard
Wenn ich die Home Assistant App auf dem Smartphone öffne, bekomme ich ein eigenes Dashboard angezeigt, das ich gezielt für den kleinen Bildschirm aufgebaut habe. Das kannst du übrigens ganz einfach einstellen: Nutzer anklicken, nach unten scrollen und dort das standardmäßig anzuzeigende Dashboard auswählen.
Bei mir ist das eine abgespeckte Version des Haupt-Dashboards, alles weniger aber dafür größer dargestellt. Oben ein paar Quick Actions wie Kaffee kochen, Guten-Morgen-Routine oder Gute-Nacht-Routine. Dann die Garagensteuerung, der aktuelle Strompreis, die wichtigsten Geräte und unten eine Übersicht, welche Türen und Fenster gerade offen sind. Gerade letzteres ist praktisch, wenn man schnell aus dem Haus will und kurz checken möchte, ob irgendwas offengeblieben ist.
Meine Top-Automationen
Ich habe mittlerweile ziemlich viele Automationen laufen, aber ein paar davon sind wirklich die, die ich täglich merke.
Die wichtigste ist wahrscheinlich die Garagentor-Automation. Die öffnet das Tor automatisch, sobald ich nach Hause komme, und zwar ausgelöst über die Positionsdaten aus der Home Assistant App. Damit das zuverlässig funktioniert, prüfe ich zwei Bedingungen: ob das Auto in den letzten 5 Minuten angekommen ist oder gerade unterwegs war, weil der Standort sich manchmal ein bisschen verzögert. Außerdem prüfe ich, ob das Tor aktuell geschlossen ist. Erst wenn alles stimmt, geht das Tor auf. Kein Schlüssel, keine Fernbedienung, einfach hinfahren und rein.
Genauso häufig laufen die Bewegungsmelder-Automationen für Durchgangsbereiche. Bewegung erkannt, Licht an. Keine Bewegung mehr für eine bestimmte Zeit, Licht wieder aus. Simpel, aber einer der Dinge, die ich nicht mehr missen will.
Die dritte Automation, die ich besonders interessant finde, ist die Stoßlüftungs-Steuerung nach dem Duschen. Die checkt, ob die Luftfeuchtigkeit im Bad über 55 Prozent liegt, und zwar mindestens 2 Minuten lang. Wenn das der Fall ist, schreibt die Automation per Modbus in die KWL-Lüftung und dreht die für 15 Minuten hoch. Danach läuft sie, je nach Tageszeit, entweder in den normalen Auto-Modus zurück oder in den Silent-Modus, damit die Lüftung nachts nicht so laut ist, dass man kaum noch einschlafen kann.
Bereiche, Labels und Zonen richtig nutzen
Ich habe mir meine Bereiche und Etagen in Home Assistant inzwischen ziemlich sauber aufgesetzt und das zahlt sich wirklich aus. Wenn ich z.B. wissen will, welche Automationen sich auf die Terrasse auswirken, klicke ich auf den Bereich und sehe das direkt, ohne irgendwas suchen zu müssen.
Noch praktischer ist, dass Home Assistant beim Erstellen einer neuen Automation inzwischen Bereiche als Trigger anbietet. Du wählst eine Etage aus, sagst "Bewegung erkannt" und Home Assistant stellt dir automatisch alle Entitäten und Geräte zusammen, die du diesem Bereich zugeordnet hast. Das funktioniert allerdings nur dann wirklich gut, wenn du jedes neue Gerät direkt beim Hinzufügen dem passenden Bereich und der richtigen Etage zuordnest. Das ist ein bisschen Disziplin am Anfang, lohnt sich aber auf jeden Fall.
Add-ons, die ich täglich nutze
Bei den installierten Add-ons gibt es ein paar, ohne die ich eigentlich nicht mehr auskomme.
Advanced SSH gibt mir ein Terminal direkt in Home Assistant, über das ich bei Bedarf Befehle ausführen kann. Studio Code Server ist für mich die bessere Alternative zum Standard-Datei-Editor. Du siehst die YAML-Einrückung sauberer, erkennst Fehler schneller und kannst mit der Markierung-Funktion direkt sehen, wo ein bestimmter Begriff noch vorkommt. Das macht das Bearbeiten von Konfigurationsdateien wahnsinnig angenehmer.
Cloudflare Tunnel sorgt dafür, dass ich von unterwegs dauerhaft auf Home Assistant zugreifen kann, ohne Kosten für einen VPN-Dienst und ohne Port-Weiterleitungen im Router. Zigbee2MQTT läuft für alle meine Zigbee-Geräte und der Mosquitto Broker dazu als MQTT-Basis. Der Silicon Labs Flasher ist auch noch dabei, falls ich mal einen Adapter neu flashen muss.
Was nutzt du in deinem Home Assistant am meisten? Und welche drei Automationen würdest du niemals wieder hergeben? Schreib das gerne in die Kommentare, das interessiert mich wirklich.
