Ich habe mir angeschaut, wie sich der Klassiker DOOM direkt im Home Assistant Dashboard ausführen lässt. Die Idee, ein Spiel wie DOOM auf einer Smart-Home-Plattform zu integrieren, ist technisch ungewöhnlich, aber sie zeigt, wie vielseitig Home Assistant geworden ist. Für mich steht dabei weniger der Spielspaß im Vordergrund, sondern die technische Umsetzung: Wie läuft ein DOS-Spiel von 1993 im Browser, eingebettet in ein Dashboard, das eigentlich für Hausautomation gedacht ist? Genau das habe ich mit der Custom Integration „home-assistant-doom“ untersucht. Dabei wollte ich herausfinden, wie die Integration funktioniert, welche technischen Voraussetzungen nötig sind und welche Möglichkeiten sich dadurch im Alltag ergeben, sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene im Smart-Home-Bereich.
DOOM auf Home Assistant: Technischer Hintergrund
Die Integration basiert auf einer Custom-Komponente, die über den Home Assistant Community Store (HACS) installiert wird. Im Kern nutzt sie das Projekt js-dos, das DOOM.EXE in einer DOSBox-Emulation per WebAssembly im Browser ausführt. Das bedeutet, dass das Spiel nicht auf dem Server läuft, sondern direkt im Web-Frontend von Home Assistant gerendert wird.
Die Integration liefert die Shareware-Version von DOOM (Episode 1: Knee Deep in the Dead) mit. Diese Version ist laut Lizenz von id Software frei weitergebbar und darf daher ohne rechtliche Probleme genutzt werden. Aus meiner Sicht ist das ein wichtiger Punkt, da so keine zusätzlichen ROMs oder Dateien beschafft werden müssen.
Das Ziel dieser Integration ist weniger die ernsthafte Nutzung als Spielplattform, sondern die Demonstration, wie flexibel Home Assistant inzwischen geworden ist. Dennoch ist die technische Umsetzung bemerkenswert, da sie zeigt, wie WebAssembly und klassische Emulationen in moderne Dashboards eingebunden werden können.
Installation und Einrichtung der Integration
Die Installation erfolgt bei mir wie bei anderen HACS-Integrationen: Zunächst wird das Repository für home-assistant-doom im HACS hinzugefügt. Inzwischen ist die Integration auch direkt über die HACS-Suche auffindbar, was die Einrichtung vereinfacht.
Nach dem Download der Integration ist ein Neustart von Home Assistant erforderlich. Anschließend kann die Integration über die Einstellungen unter Geräte und Dienste hinzugefügt werden. Hier taucht DOOM als auswählbare Integration auf.
Im nächsten Schritt lässt sich eine spezielle Dashboard-Karte hinzufügen, über die das Spiel direkt im Home Assistant-Frontend gestartet werden kann. Die Bedienung erfolgt vollständig im Browser, ohne zusätzliche Software oder Plugins.
Funktionen und Sensoren im Alltag
Neben der eigentlichen Spielfunktion bringt die Integration mehrere Sensoren mit, die verschiedene Spielstatistiken erfassen. Dazu zählen etwa, ob das Spiel gerade läuft, die Gesamtspielzeit, die Anzahl der Sitzungen sowie der Zeitpunkt der letzten Nutzung.
Diese Sensoren lassen sich wie gewohnt in Dashboards einbinden und visualisieren. Für mich ist das ein spannender Ansatz, denn so kann ich nachvollziehen, wie oft und wie lange DOOM tatsächlich genutzt wird, auch wenn das im Alltag eher eine Spielerei bleibt.
Die Integration zeigt, wie sich klassische Entertainment-Elemente in die Smart-Home-Visualisierung einbinden lassen. Technisch gesehen handelt es sich um eine normale Home Assistant-Karte, die mit den übrigen Dashboard-Elementen kombiniert werden kann.
Voraussetzungen, Grenzen und Besonderheiten
Für den Einsatz ist ein funktionierender Home Assistant mit installiertem HACS erforderlich. Die Integration läuft ausschließlich im Browser, das heißt, die Performance hängt von der Leistungsfähigkeit des Endgeräts ab, nicht vom Home Assistant-Server.
Die Integration beschränkt sich auf die Shareware-Version von DOOM. Erweiterungen oder andere Spiele sind nicht vorgesehen. Auch spezielle Automatisierungen, die auf den Spielstatus reagieren, sind aktuell nicht Bestandteil der Integration.
Aus meiner Sicht ist das Projekt vor allem als technisches Experiment interessant. Es demonstriert, wie sich klassische Software in moderne Smart-Home-Umgebungen einbinden lässt, ohne dabei die eigentlichen Automatisierungsfunktionen zu beeinträchtigen.
Einordnung und Ausblick
Die Möglichkeit, DOOM im Home Assistant Dashboard zu spielen, ist ein Beispiel für die Offenheit und Flexibilität der Plattform. Für mich steht dabei weniger der praktische Nutzen, sondern der technische Beweis im Vordergrund: Home Assistant kann weit mehr als nur klassische Hausautomation.
Obwohl die Integration in der Praxis kaum einen produktiven Mehrwert bietet, zeigt sie, wie sich durch Webtechnologien und offene Schnittstellen auch ungewöhnliche Anwendungen realisieren lassen.
Wer sich für technische Experimente und die Grenzen von Home Assistant interessiert, findet mit der Integration einen spannenden Ansatzpunkt. Die offizielle Projektseite liefert alle nötigen Informationen zur Installation und Nutzung: home-assistant-doom.
Verwendete Erweiterungen & Repositories
- frenck/home-assistant-doom — But... Can Home Assistant run DOOM? Yes it can!
