Ich habe mich intensiv mit der Integration eines Hoymiles Wechselrichters in Home Assistant beschäftigt, weil ich die Erzeugung meines Balkonkraftwerks unabhängig und in Echtzeit überwachen wollte. Für mich war es entscheidend, die Daten lokal auszulesen, um auf die Cloud zu verzichten und volle Kontrolle über meine Solardaten zu behalten. Gerade bei Balkonkraftwerken ist es aus meiner Sicht sinnvoll, die aktuellen Erträge, Tages- und Monatswerte sowie den Betriebszustand direkt im eigenen Smart Home System einzubinden. Das ermöglicht nicht nur mehr Datenschutz, sondern auch flexiblere Automatisierungen. Im Folgenden erkläre ich, wie ich die Integration technisch umgesetzt habe, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben.
Hoymiles Wechselrichter in Home Assistant einbinden: Technischer Hintergrund
Ich habe mich für die Einbindung meines Hoymiles Wechselrichters in Home Assistant entschieden, weil ich die Daten ohne Cloud-Zwang auslesen wollte. Die offizielle Integration existiert nicht, daher nutze ich eine Custom Integration, die über HACS (Home Assistant Community Store) bereitgestellt wird. Die Integration basiert darauf, dass der Wechselrichter über das lokale Netzwerk erreichbar ist und seine Daten direkt über eine lokale Schnittstelle bereitstellt.
Die Integration unterstützt zahlreiche Hoymiles Modelle, darunter die HMS-, HM- und MI-Serien. Wichtig ist, dass der Wechselrichter per WLAN im Heimnetzwerk eingebunden ist, sodass Home Assistant darauf zugreifen kann. Die Daten werden dann in kurzen Intervallen (bei mir alle 35 Sekunden) aktualisiert und stehen als Sensoren in Home Assistant zur Verfügung.
Damit ist es möglich, aktuelle Leistungswerte, Tages- und Gesamtenergie, Netzfrequenz, Spannung und weitere Betriebsdaten direkt zu erfassen. Für mich ist das die Grundlage, um den Solarertrag transparent und unabhängig im eigenen Smart Home zu nutzen.
Installation der Hoymiles Integration über HACS
Die technische Umsetzung beginnt mit der Installation der Hoymiles Integration über HACS. Voraussetzung ist, dass HACS bereits installiert ist. Ich habe das entsprechende Repository ha-hoymiles-wifi als benutzerdefiniertes Repository in HACS hinzugefügt.
Nach dem Hinzufügen des Repositories konnte ich die Integration direkt aus HACS heraus installieren. Anschließend war ein Neustart von Home Assistant erforderlich, damit die neue Integration erkannt wird.
Im nächsten Schritt habe ich in Home Assistant unter ‚Geräte und Dienste‘ die Hoymiles Integration hinzugefügt. Hier musste ich die lokale IP-Adresse meines Wechselrichters angeben, die ich über meinen Router ausgelesen habe. Die weiteren Einstellungen wie Aktualisierungsintervall und Timeout habe ich auf den Standardwerten belassen.
Wechselrichter-Daten auslesen und im Dashboard nutzen
Nach der erfolgreichen Einrichtung konnte ich die Daten meines Wechselrichters direkt in Home Assistant einsehen. Die Integration legt für jeden relevanten Messwert einen eigenen Sensor an, zum Beispiel für die aktuelle Leistung beider Wechselrichterseiten, Tagesenergie, Gesamtenergie, Netzfrequenz und Temperatur.
Für meine Anwendung habe ich die Sensoren genutzt, um ein übersichtliches Dashboard zu erstellen. Besonders wichtig war mir die Visualisierung von aktuellen Werten und die Anzeige der Tages- und Monatsproduktion. Dazu habe ich zusätzliche Helfer (Helper) in Home Assistant angelegt, die sich automatisch täglich, monatlich oder jährlich zurücksetzen.
Mit diesen Helfern kann ich die Energieerträge gezielt auswerten und für weitere Automatisierungen verwenden, zum Beispiel für Benachrichtigungen oder die Steuerung von Verbrauchern abhängig vom Solarertrag.
Voraussetzungen, Grenzen und Besonderheiten der Integration
Um die Integration nutzen zu können, muss der Hoymiles Wechselrichter im lokalen Netzwerk erreichbar sein. Bei mir lief das problemlos, weil mein Wechselrichter per WLAN mit dem Heimnetz verbunden ist. Die Integration funktioniert mit vielen Hoymiles Modellen, aber nicht mit allen. Für DTU-Pro und DTU-WLite Modelle ist eine andere Lösung erforderlich.
Ein weiterer Punkt: Die Integration ist auf HACS angewiesen, das heißt, ohne HACS lässt sich die Erweiterung nicht installieren. Die Daten werden lokal und ohne Cloud verarbeitet, was aus meiner Sicht ein klarer Vorteil in Sachen Datenschutz und Zuverlässigkeit ist.
Grenzen sehe ich bei älteren oder nicht unterstützten Modellen sowie bei sehr speziellen Anforderungen, die über die Standard-Sensoren hinausgehen. Für die meisten Anwendungsfälle im privaten Bereich reicht die Integration aber aus.
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Erweiterungen und Automatisierungsmöglichkeiten
Mit der lokalen Einbindung des Wechselrichters eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten für Automatisierungen. Ich kann beispielsweise Verbraucher gezielt einschalten, wenn die Solarproduktion einen bestimmten Wert überschreitet, oder Benachrichtigungen versenden, wenn die Produktion ungewöhnlich niedrig ist.
Auch eine spätere Integration eines Batteriespeichers ist technisch möglich, sofern entsprechende Sensoren vorhanden sind. Die offene Architektur von Home Assistant erlaubt es, die Daten mit anderen Komponenten zu verknüpfen und individuelle Workflows zu erstellen.
Für mich ist die lokale Integration ein wichtiger Schritt, um mein Smart Home unabhängig und flexibel zu gestalten, ohne auf externe Cloud-Dienste angewiesen zu sein.
