Stromfresser im Haushalt kosten oft mehr, als man denkt. Viele Geräte ziehen auch im Standby oder bei wenig Nutzung kontinuierlich Energie. Wenn du die größten Verbraucher kennst, kannst du gezielt gegensteuern. Im Video zeige ich dir, wie ich das bei mir mit Home Assistant und Tibber gemacht habe.
Korrektur (September 2026): Im Video baue ich den Energiesensor pro Gerät als Template-Sensor, der die aktuelle Leistung durch 1000 teilt und
state_class: total_increasingbekommt. Das war ein Fehler. So entsteht kein Zählerstand, sondern eine Momentanleistung in kW. Ein Utility Meter darauf zählt Unsinn. Wie es richtig geht, steht unten im Abschnitt „Jahresverbrauch und Kosten pro Gerät“. Aufgefallen ist das im Forum, danke dafür.
Warum sich der genaue Blick lohnt
Was einzelne Geräte wirklich verbrauchen, bleibt in den meisten Haushalten lange im Dunkeln. Dabei summieren sich gerade die versteckten Verbraucher, Standby-Geräte, Netzwerkkomponenten, Haushaltshelfer, übers Jahr zu erheblichen Kosten. Eine genaue Analyse zeigt dir, wo das Einsparpotenzial steckt.
Mit smartem Energiemanagement senkst du nicht nur die laufenden Kosten, sondern nebenbei auch deinen CO₂-Fußabdruck. Und bei dynamischen Stromtarifen wie von Tibber wird der bewusste Umgang mit dem Verbrauch noch mal extra belohnt.
So setzt du es um mit Home Assistant und Tibber
Home Assistant erfasst den Stromverbrauch einzelner Geräte und wertet ihn aus. Über die Tibber-Integration kommen aktuelle Strompreise und Verbrauchsdaten direkt ins System. Im Energie-Dashboard und in eigenen Dashboards siehst du dann den aktuellen Verbrauch, historische Verläufe und die Kosten pro Gerät auf einen Blick.
Die Basis sind Sensoren, die den Verbrauch messen und automatisch Statistiken anlegen. Damit vergleichst du zum Beispiel die Stromkosten von Wärmepumpe, Fernseher, Netzwerk-Switch oder Saugroboter im Jahresverlauf. Die Tibber-Integration ist quelloffen und dokumentiert, Details findest du im offiziellen Repository von Tibber für Home Assistant.
Jahresverbrauch und Kosten pro Gerät
Du brauchst drei Bausteine. Die Reihenfolge ist wichtig: erst ein Energiezähler aus der Leistung, dann ein Utility Meter für das Jahr, dann die Kosten.
1. Energiezähler aus der Leistung. Deine Messsteckdose liefert Watt. Daraus macht der Integral-Helfer einen Zähler in kWh, der nur steigt. Per UI legst du ihn an über Einstellungen → Geräte & Dienste → Helfer → Helfer erstellen → Integral-Sensor. In YAML sieht derselbe Sensor so aus:
1sensor:
2 - platform: integration
3 source: sensor.gefrierschrank_leistung
4 name: Gefrierschrank Energie
5 unique_id: gefrierschrank_energie
6 unit_prefix: k
7 unit_time: h
8 round: 2
9 method: left
10 max_sub_interval:
11 minutes: 5max_sub_interval sorgt dafür, dass der Zähler weiterrechnet, auch wenn sich die Leistung länger nicht ändert. device_class und state_class setzt der Integral-Sensor selbst, die trägst du nicht von Hand ein.
2. Jahresverbrauch. Der Utility Meter sitzt auf dem Energiezähler, nie auf dem Leistungssensor. Er steigt übers Jahr und startet beim Jahreswechsel wieder bei null:
utility_meter:
gefrierschrank_jahr:
source: sensor.gefrierschrank_energie
cycle: yearly3. Kosten. Multipliziert wird der Jahreszähler, nicht der Energiezähler und schon gar nicht die Leistung. sensor.strompreis ersetzt du durch deinen Preis-Sensor in Euro pro kWh:
1template:
2 - sensor:
3 - name: "Gefrierschrank Kosten Jahr"
4 unique_id: gefrierschrank_kosten_jahr
5 unit_of_measurement: "EUR"
6 device_class: monetary
7 availability: >
8 {{ has_value('sensor.gefrierschrank_jahr')
9 and has_value('sensor.strompreis') }}
10 state: >
11 {{ ((states('sensor.gefrierschrank_jahr') | float(0))
12 * (states('sensor.strompreis') | float(0))) | round(2) }}Die Entity-IDs passt du an dein Setup an. Den Kosten-Sensor gibt es auch als fertige Config: Stromkosten pro Gerät.
Weiterführende Inhalte
- Tibber in Home Assistant integrieren – Dynamische Strompreise einbinden
- Stromverbrauch mit PowerCalc berechnen – Virtuelle Verbrauchssensoren ohne Messsteckdosen
- Utility Meter: Verbrauch messen und analysieren – Tages- und Monatsverbrauch tracken
- Stromzähler mit EcoTracker auslesen – Den Gesamtverbrauch lokal messen
- Home Assistant Energie-Dashboard optimal nutzen – Alle Verbrauchsdaten auf einen Blick
- Automatisches Heizen bei günstigen Strompreisen – Verbraucher nach Strompreis und PV-Überschuss steuern
- E-Auto mit Tibber günstig laden – Der größte Einzelverbraucher gezielt steuern
- Warnung bei hohen Strompreisen einrichten – Sprachausgabe wenn ein Stromfresser bei teuren Preisen läuft
- Strompreisprognose mit energyforecast.de – Verbraucher in günstige Stunden legen
