Je mehr Geräte in deinem Home Assistant landen, desto voller wird das Dashboard. Im Video habe ich fünf HACS-Karten rausgesucht, mit denen du Daten gebündelter darstellst und ordentlich Platz sparst. Die Installation läuft bei allen gleich: im Marketplace (früher HACS) nach dem Namen suchen und installieren. Im Video siehst du dabei noch die HACS-Oberfläche, ab Home Assistant 2026.11 läuft es im Marketplace. Das zeige ich im Video einmal komplett, danach geht es nur noch um die Karten selbst.
Tabbed Card: drei Ansichten auf dem Platz von einer
Die Tabbed Card packt mehrere Inhalte in eine einzige Karte mit Tab-Navigation. In meinem Beispiel habe ich drei Tabs angelegt: Sonne, Lichter und Klima. Im ersten sehe ich den Sonnenstand, im zweiten schalte ich Lichter, im dritten liegen die Klimadaten. Genauso gut funktioniert die Aufteilung nach Räumen, etwa Wohnzimmer, Küche und Badezimmer.
Der Gewinn: Du rufst mit einem Klick genau das auf, was du gerade brauchst. Das Dashboard bleibt trotzdem kompakt. In der Dokumentation auf GitHub findest du fertige Beispiele, bei denen du nur noch die Sensoren gegen deine eigenen austauschst. Auch das Styling der Tabs lässt sich anpassen, damit die Karte zu deinem Dashboard passt.
Expander Card: Details erst auf Tipp
Die Expander Card versteckt Inhalte hinter einem Aufklapp-Element. Standardmäßig zugeklappt, ein Tipp darauf und die Details fahren aus. Das spielt seine Stärke vor allem auf dem Handy aus: Informationen, die du nicht dauernd brauchst, fressen keinen Platz mehr und du scrollst deutlich weniger.
Die Liste der YAML-Optionen ist lang, von transparenten Hintergründen bis zu Overlays. Ein Tipp am Rande aus dem Video: Wenn du keine Lust hast, dich durch die komplette Optionstabelle zu arbeiten, wirf sie zusammen mit deinen Wünschen in ChatGPT. In vielen Fällen kommt ein brauchbares Grundgerüst zurück, das du dann nur noch nach deinem Geschmack zu Ende konfigurierst.
Mini Graph Card: Verläufe ohne Schnickschnack
Die Mini Graph Card zeichnet schlanke Graphen für Sensorverläufe: Temperaturen, Energieverbrauch oder Serverantworten. Im Video habe ich die YouTube-Aufrufzahlen meines Kanals eingebaut, übrigens danke dafür. Das ist zugegeben kein perfektes Beispiel, weil sich der Wert nur zweimal am Tag aktualisiert und die Kurve deshalb wie eine Treppe aussieht. Das Prinzip wird trotzdem klar: Mit der Maus über den Graphen fahren und du siehst den Wert zum jeweiligen Zeitpunkt.
Eine Eigenheit hat die Karte: Es gibt keinen visuellen Editor, hier schreibst du YAML. Die Grundkonfiguration ist aber wirklich simpel:
1type: custom:mini-graph-card
2name: Temperatur Wohnzimmer
3entities:
4 - sensor.temperatur_wohnzimmer
5hours_to_show: 48
6line_color: '#f0665b'Es dürfen auch mehrere Entitäten in einen Graphen. Über Schwellwerte färbst du die Linie je nach Messwert anders ein. Falls dir YAML noch fremd ist, lies vorher kurz in den YAML-Guide rein.
Simple Swipe Card: Wischen wie auf dem Handy
Mit der Simple Swipe Card wischst du zwischen mehreren Karten hin und her. Auf meinem Dashboard nutze ich sie für die Bilder vom Auto, das hat keine Funktion, sieht aber einfach nett aus. Sinnvoller wird es mit den letzten Aufnahmen der Sicherheitskamera als Galerie.
Es müssen aber keine Bilder sein: In den Swiper darf jede Karte, die Home Assistant kennt. Du könntest sogar mehrere Tabbed Cards in einen Slider packen und damit auf einem einzigen Feld erstaunlich viele Geräte unterbringen, gerade in der mobilen Ansicht. Zwischen Einzelansicht und Karussell, bei dem die nächste Karte schon reinlugt, schaltest du per Option um. Dafür gibt es einen visuellen Editor, viel YAML brauchst du hier nicht.
TimeFlow Card: Countdowns, die gut aussehen
Die TimeFlow Card macht aus Zeitspannen hübsche Kacheln. Mein Beispiel im Video: noch 54 Tage bis Silvester. Genauso gehen Geburtstags-Countdowns, der nächste Sonnenuntergang, das fällige Backup oder ein Fortschrittsbalken, der zeigt, dass das Jahr schon zu 60 Prozent vorbei ist. Höchste Zeit, über Weihnachtsgeschenke nachzudenken.
In der Dokumentation sind die Beispiele teils etwas versteckt, zum Aufklappen mit fertigem YAML-Code darunter. Farbverläufe im Hintergrund inklusive. Damit baust du dir in wenigen Minuten Progress Cards, die nach deutlich mehr Arbeit aussehen.
Häufige Fragen
Wie installiere ich Dashboard-Karten aus HACS?
Ab Home Assistant 2026.11 brauchst du dafür nichts zu installieren: HACS ist jetzt der Marketplace unter Einstellungen, Marketplace. Beim ersten Öffnen musst du einen Hinweis bestätigen. Dann suchst du den Namen der Karte, öffnest den Eintrag und klickst auf Installieren. Home Assistant trägt die Karte automatisch als Dashboard-Ressource ein. Danach taucht die Karte im Dashboard-Editor auf oder du fügst sie als manuelle Karte per YAML ein.
Bis Home Assistant 2026.10: Karten in HACS herunterladen
Du suchst in HACS den Namen der Karte und klickst auf Herunterladen. Danach fordert Home Assistant dich auf, das Frontend neu zu laden, das bestätigst du. Ein Neustart ist bei Karten nicht nötig. Danach taucht die Karte im Dashboard-Editor auf oder du fügst sie als manuelle Karte per YAML ein.
Warum wird meine neue Karte nicht angezeigt?
Die Meldung "Custom element doesn't exist" ist fast immer der Browser-Cache. Einmal hart neu laden mit Strg+F5, in der Companion App den Frontend-Cache zurücksetzen. Danach ist die Karte da. Hilft das nicht, prüfe im Marketplace (bis 2026.10 in HACS), ob der Download wirklich durchgelaufen ist.
Brauche ich YAML-Kenntnisse für diese Karten?
Teilweise. Tabbed Card, Simple Swipe Card und Expander Card bringen visuelle Editoren mit oder liefern fertige Beispiele zum Kopieren. Die Mini Graph Card geht nur per YAML, die Konfiguration bleibt aber übersichtlich. Mit den Grundlagen aus dem YAML-Guide kommst du überall durch.
Machen viele Custom Cards mein Dashboard langsam?
Spürbar wird das selten, die Karten laufen als JavaScript im Browser und sind meist gut optimiert. Das größere Risiko ist die Übersicht: Lieber wenige Karten gezielt einsetzen, als jede Spielerei einzubauen. Wie du ein Dashboard sauber strukturierst, zeigt der Guide Dashboard verstehen.
