Input-Helfer sind das Gedächtnis deines Smart Homes. Ein virtueller Schalter „Gästemodus", ein Zahlenwert für die Wunschtemperatur, ein Zeitfeld für den Wecker: All das sind Helfer. Sie gehören zu keinem physischen Gerät, du legst sie selbst an und deine Automationen lesen und schreiben sie.
Im Video aus der ABC-Reihe zeige ich alle Typen in der Praxis. Hier die wichtigsten Punkte zum Nachlesen.
Die Helfer-Typen im Überblick
| Typ | Speichert | Typisches Beispiel |
|---|---|---|
| Input Boolean | An/Aus | Gästemodus, Urlaubsmodus, „Waschmaschine bereit" |
| Input Number | Zahl mit Bereich | Zieltemperatur, Helligkeit fürs Nachtlicht |
| Input Text | Freitext | Statusnachricht, dynamische Namen |
| Input Datetime | Datum und/oder Uhrzeit | Weckzeit, „Rollläden ab"-Zeit |
| Input Select | Auswahl aus Liste | Anwesenheitsstatus: Zuhause / Arbeit / Urlaub |
| Input Button | Tastendruck-Event | „Alles aus"-Knopf im Dashboard |
Der Unterschied zu normalen Entities: Helfer überleben einen Neustart. Was du vor dem Stromausfall eingestellt hast, gilt danach noch. Du kannst sie dir als Zwischenspeicher vorstellen, in dem dein Smart Home Werte ablegt, die nicht verloren gehen sollen.
Eine Abgrenzung noch, weil sie oft verwirrt: Input Boolean und Input Button sehen sich ähnlich, machen aber Unterschiedliches. Der Boolean ist ein Schalter mit Zustand, er bleibt an oder aus, bis jemand ihn umlegt. Der Button hat keinen Zustand, er feuert beim Drücken nur ein Ereignis ab. Für einen Modus wie „Urlaub" brauchst du den Boolean, für eine einmalige Aktion wie „Alles aus" den Button.
Helfer anlegen
Einstellungen → Geräte & Dienste → Helfer → Helfer erstellen. Typ wählen, Name vergeben, fertig. Tipp: Wenn du in der Typauswahl nach "Input" suchst, filterst du direkt auf die Helfer aus diesem Artikel. Kein YAML nötig, auch wenn es per YAML genauso geht.
In den erweiterten Einstellungen steckt mehr, als man auf den ersten Blick sieht. Bei Input Number legst du Minimum, Maximum und Schrittweite fest, gibst optional eine Maßeinheit an und entscheidest zwischen Schieberegler und Eingabefeld. Der Minimalwert darf auch negativ sein, falls du etwa Temperaturen unter null speichern willst.
Bei Input Text kannst du eine Minimal- und Maximallänge setzen und den Anzeigemodus auf Passwort stellen, dann erscheinen bei der Eingabe nur Sternchen. Sogar ein Regex-Muster zur Validierung ist möglich, etwa für ein bestimmtes Eingabeformat. Brauchst du am Anfang selten, aber gut zu wissen, dass es da ist. Bei Input Datetime wählst du, ob du Datum, Uhrzeit oder beides brauchst.
Werte zwischenspeichern: mein Garmin-Beispiel
Wofür der Zwischenspeicher gut ist, zeigt ein Beispiel aus meinem Setup. Meine Garmin-Integration liefert mir, wie viele Minuten ich im Monat Rad gefahren bin. Das Problem: Die Entität liefert den Wert nicht dauerhaft, sondern nur bei Veränderung. Also reagiert eine Automation auf die Änderung und schreibt den Wert in einen Input Number. Dort kann ich ihn jederzeit abfragen, auch wenn die Quelle gerade nichts liefert.
Per YAML in der configuration.yaml sieht so ein Helfer so aus:
1input_number:
2 garmin_radfahren_monat_minuten:
3 name: Garmin Radfahren Monat Minuten
4 min: 0
5 max: 10000
6 step: 1
7 unit_of_measurement: min
8 mode: boxDas Maximum von 10.000 ist großzügig gewählt, falls ich mal in einen Radsport-Rausch verfalle. Nach einem Neustart lädst du die Helfer aus der Datei automatisch mit, alternativ klickst du sie wie beschrieben in der Oberfläche zusammen. Beides führt zum selben Ergebnis.
Das Zusammenspiel mit Automationen
Erst in Automationen werden Helfer richtig nützlich. Das Muster ist immer gleich: Der Helfer ist Schalttafel oder Speicher, die Automation reagiert darauf.
1# Wecker: Rollläden öffnen zur eingestellten Zeit
2automation:
3 - alias: "Rollläden zur Weckzeit öffnen"
4 trigger:
5 - platform: time
6 at: input_datetime.weckzeit
7 condition:
8 - condition: state
9 entity_id: input_boolean.urlaubsmodus
10 state: "off"
11 action:
12 - service: cover.open_cover
13 target:
14 entity_id: cover.schlafzimmerZwei Helfer, eine Automation: Die Weckzeit stellst du im Dashboard, der Urlaubsmodus pausiert das Ganze. Ohne die Helfer müsstest du dafür jedes Mal die Automation selbst anfassen.
Ein zweites Muster aus meinem Setup: Ein Input Boolean „Waschmaschine bereit" als Freigabe. Die Solarüberschuss-Automation startet die Maschine nur, wenn ich den Schalter vorher gesetzt habe. So bleibt die Entscheidung bei mir, die Arbeit beim System.
Ein Schalter, viele Automationen
Das stärkste Muster ist für mich der Modus-Schalter. Nimm den Gästemodus: Wenn Gäste da sind, bringen die mit den physischen Lichtschaltern sowieso alles durcheinander. Statt fünf einzelne Licht-Automationen von Hand zu deaktivieren, baue ich in jede davon eine Bedingung auf input_boolean.gaestemodus ein. Ein Schalter im Dashboard, und die ganze smarte Lichtsteuerung macht Pause. Gäste weg, Schalter aus, alles läuft wieder.
Bei meinem Whirlpool hängt gleich eine ganze Logik an so einem Schalter. Die Automation heizt nur, wenn der Strompreis unter einem Maximalwert liegt, die PV-Anlage genug produziert oder der Batteriespeicher ausreichend geladen ist. Aber all das greift überhaupt nur, wenn der Freigabe-Schalter „Whirlpool smart heizen" an ist. Der Helfer ist der Hauptschalter, die Bedingungen regeln den Rest.
Und es geht auch verspielter. Ein Tee-Timer zum Beispiel: Du tippst eine Minutenzahl in einen Input Number im Dashboard, eine Automation wartet die Zeit ab, meldet sich per Ansage oder Benachrichtigung und setzt den Helfer wieder auf null. Kein extra Gerät, keine App, nur ein Zahlenfeld und etwas Logik.
Tipps aus der Praxis
- Sprechende Namen vergeben:
input_boolean.gaestemodusstattinput_boolean.helfer_3. Du wirst sie in Automationen oft tippen - Helfer ins Dashboard: Jeder Helfer lässt sich als Karte einbinden. Damit baust du dir Schaltzentralen ohne ein einziges physisches Gerät
- Mit Trigger-IDs kombinieren: Ein Input Select „Anwesenheit" plus eine Automation mit mehreren Auslösern ersetzt drei einzelne Automationen
- Klein anfangen: Ein einziger Urlaubsmodus-Schalter zeigt dir das Prinzip. Weitere Helfer ergeben sich dann von selbst, sobald du das Muster einmal verinnerlicht hast
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Helfer und einer normalen Entität?
Normale Entitäten gehören zu einem Gerät oder einer Integration, ihre Werte kommen von außen. Helfer legst du selbst an und befüllst sie selbst, per Dashboard, Automation oder Sprachbefehl. Sie sind reine Software, ohne Hardware dahinter.
Behalten Input-Helfer ihren Wert nach einem Neustart?
Ja, das ist eine ihrer wichtigsten Eigenschaften. Home Assistant speichert den Zustand und stellt ihn nach dem Neustart wieder her. Deine Weckzeit, der Urlaubsmodus oder ein zwischengespeicherter Zählerstand sind danach noch genauso da wie vorher.
Brauche ich YAML, um Helfer anzulegen?
Nein. Alle Input-Helfer lassen sich komplett über die Oberfläche erstellen, unter Einstellungen → Geräte & Dienste → Helfer. YAML ist eine Alternative für alle, die ihre Konfiguration als Datei pflegen wollen, etwa um Helfer zu kopieren oder zu versionieren. Funktional sind beide Wege gleichwertig.
Warum reagiert meine Automation nicht auf den Helfer?
Der häufigste Fehler ist eine falsch geschriebene Entity-ID, etwa input_boolean.gastemodus statt input_boolean.gaestemodus. Prüfe in den Entwicklerwerkzeugen unter Zustände, ob der Helfer den erwarteten Wert hat, und vergleiche die ID Zeichen für Zeichen mit deiner Automation. Auch Groß- und Kleinschreibung bei Zuständen zählt: "off" ist nicht dasselbe wie "Off".
