Enhance, die Firma hinter dem S3XY Knob und dem S3XY Commander, hat ein neues Produkt rausgebracht: den S3XY Dash. Ein 9,6" QLED-Touchscreen, der sich im Tesla nachrüsten lässt und CarPlay, Android Auto sowie eine ganze Reihe an Fahrzeugdaten direkt im Sichtfeld anzeigt. Ich habe mir das Ding besorgt, ausgepackt, eingebaut und bin damit eine Runde gefahren. Was dabei rausgekommen ist, erkläre ich dir hier.
Was der S3XY Dash überhaupt ist
Im Kern ist der S3XY Dash ein zusätzliches Display für den Tesla. Du bekommst einen Touchscreen, der magnetisch auf einem Standfuß sitzt und sich so positionieren lässt, dass du ihn direkt durch das Lenkrad ablesen kannst. Das Ganze läuft autark, zieht seinen Strom aus dem Commander-Adapter und zeigt dir in Echtzeit alle möglichen Fahrzeugwerte an: aktuelle Geschwindigkeit, Batteriestatus, Gaspedal-Position, aktiver Blinker, Bremse, Tempolimit und vieles mehr.
Dazu kommt CarPlay und Android Auto. Das klingt erstmal nach einem sinnvollen Upgrade, gerade weil der Tesla von Haus aus kein CarPlay anbietet. Ob das in der Praxis so funktioniert, wie man es sich vorstellt, dazu komme ich noch.
Unboxing: Was steckt in der Schachtel
Die Verpackung ist zweckmäßig. Der Karton ist beim Öffnen bei mir leider schon ein bisschen auseinandergefallen, was jetzt nicht weiter schlimm ist, aber auch nicht der beste erste Eindruck. Im Inneren steckt das Display selbst, ein Standfuß mit 3M-Klebeband, ein USB-C-Kabel, ein Stromanschluss für den Commander, ein paar Reinigungstücher und das nötige Hebelwerkzeug für die Verkleidung. Alles was du für den Einbau brauchst, ist eigentlich dabei.
Das Display selbst sieht von vorne aus wie ein schmaler Rückspiegel, von der Seite erkennt man die Halterung. Unten am Gehäuse sitzen zwei Lautsprecherausgänge, ein USB-C-Eingang und ein Slot für eine Speicherkarte.
Standfuß positionieren und Kabel verlegen
Bevor du irgendetwas festklebst, solltest du dir überlegen, wo das Display hinterher hängen soll. Ich habe mich für eine Position direkt hinter dem Lenkrad entschieden, so dass ich das Display durch das Lenkrad ablesen kann. Eine alternative Position wäre weiter hinten auf dem Armaturenbrett, dann wirkt es eher wie ein klassisches Head-up-Display.
Weil ich relativ groß bin, brauche ich etwas Abstand, also bin ich mit dem Standfuß entsprechend weit nach innen gegangen. Den Winkel des Displays lässt sich noch nachträglich anpassen. Der Standfuß klebt einmal fest und sitzt dann wirklich bombenfest, daran gibt es nichts zu rütteln. Im Lieferumfang ist ein Ersatzklebeband dabei, falls du die Position noch mal korrigieren willst.
Das Stromkabel muss dann durch die A-Säule verlegt werden. Dafür nimmst du einen Kabelbinder, klebst das Kabelende mit einem Stück Klebeband daran fest und schiebst das Ganze von oben durch die Öffnung der Verkleidung durch. Wenn du am anderen Ende ziehst, kommt das Kabel unten wieder raus. Kleiner Tipp aus eigener Erfahrung: Nimm für diesen Schritt kein Gaffatape. Ein normales Kreppband oder Malerband löst sich hinterher deutlich einfacher wieder ab.
Verkleidung ab- und wieder anbauen
Um das Kabel vernünftig zu verlegen, musst du die Verkleidung an der A-Säule und die Abdeckung des Armaturenbretts abnehmen. Das klingt aufwendiger als es ist. Mit dem mitgelieferten Hebelwerkzeug hebst du die Armaturenabdeckung vorsichtig an, arbeitest dich mit den Fingern durch und kannst das Teil dann Schritt für Stück abnehmen. Vorher musst du kurz die Gummidichtung an der Seite abziehen, die lässt sich leicht mit einer Hand entfernen.
Dann kommt noch das Seitenteil neben dem Handschuhfach dran. Auch das lässt sich mit dem Hebelwerkzeug und ein bisschen Wackeln lösen. Du stößt auf einen Stecker mit kleinem Sicherungspin, den du mit dem Werkzeug drückst und dann das Steckerteil abziehst. Wer das schon mal beim S3XY Commander gemacht hat, kennt den Ablauf und kommt deutlich schneller durch. Beim zweiten Mal sitzt das alles auch nicht mehr so fest und geht entsprechend leichter.
Wenn das Kabel unten herauskommt, schließt du es am Commander-Adapter an. Damit hat der Dash eine dauerhafte Stromversorgung. Danach baust du die Verkleidung in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammen, darauf achten, dass alle Clips richtig einrasten.
Einrichtung und erste Konfiguration
Nach dem ersten Einschalten fragt das Display, ob du es mit der Enhance-App verbinden möchtest. Das klappt vom Prinzip her, allerdings ist die App-seitige Konfiguration aktuell leider noch nicht vollständig. Der Dash lässt sich aber auch direkt über den Touchscreen einrichten, ohne App.
In den Einstellungen kannst du unter anderem festlegen, ob du Kilometer oder Meilen pro Stunde willst, ob Linkslenker oder Rechtslenker, ob der Audioausgang über das Display oder über das Telefon laufen soll. Das sind alles Dinge, die du einmal einstellst und dann nicht mehr anfassen musst.
Den S3XY Commander verbindet das Dash automatisch, sobald es ihn findet. Nach einem kurzen Firmware-Update läuft das dann direkt zusammen. Der Dark Mode passt sich dabei automatisch an die aktuelle Umgebungshelligkeit des Autos an.
CarPlay im Tesla und die verschiedenen Ansichten
Ja, CarPlay funktioniert. Du kannst durch die verschiedenen Ansichten des Displays mit dem Daumenrad am Lenkrad navigieren, also ganz ohne das Display anfassen zu müssen. Ich finde das tatsächlich wahnsinnig praktisch, weil du die Hände am Lenkrad lassen kannst.
Die Ansichten selbst lassen sich frei konfigurieren. Du tippst auf die Punkte in der Ecke einer Ansicht und kannst dann Widgets auswählen, Grids anpassen und die Inhalte nach eigenen Vorstellungen zusammenstellen. Bei der Probefahrt habe ich mir zum Beispiel die aktuelle Geschwindigkeit, das Tempolimit, den Ladestand und das Navigationsziel auf eine Ansicht gelegt. Hey Siri geht dabei direkt über die Autolautsprecher, was für Sprachnachrichten und Navigation wirklich gut funktioniert.
Was mir aufgefallen ist: Die Konfiguration über den kleinen Touchscreen ist ein bisschen frickelig. Du kannst das Display zwar von der Halterung abnehmen und es dann komfortabler bedienen, aber so richtig elegant ist das noch nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die App-Konfiguration noch nachkommt. Enhance hat das schon in Arbeit.
Wie sich das Ganze im Alltag macht
Die Latenz der angezeigten Daten ist nicht spürbar. Geschwindigkeit, Blinker, Bremse, alles kommt in Echtzeit auf dem Display an. Wenn ich blinke, blinkt das Symbol auf dem Dash gleichzeitig. Wenn ich bremse, erscheint der rote Balken sofort. Das war für mich ein wichtiger Punkt, weil ein verzögertes Display beim Fahren mehr stört als hilft.
Die Installation insgesamt dauert ungefähr eine halbe bis eine Stunde. Wer den Commander schon selbst eingebaut hat, weiß wie die Verkleidung sitzt und ist entsprechend schneller. Ich selber bin kein Mensch, der gerne an Autos schraubt, und habe es trotzdem problemlos hinbekommen.
Was offen bleibt: Die Software ist noch früh dran. Es gibt keine deutsche Sprache, die App-Anbindung ist noch nicht vollständig und ein paar Features werden sicher noch nachkommen. Trotzdem macht das Display schon jetzt einen richtig soliden Eindruck. Wenn du wissen willst, ob sich das S3XY Dash für dich lohnt, würde ich sagen: auf jeden Fall mal anschauen, gerade wenn du den Commander eh schon verbaut hast.
Hast du den S3XY Dash schon im Einsatz oder überlegst du noch, ob du ihn nachrüsten willst? Schreib es gerne in die Kommentare.
