Zum Inhalt springen
Alles Automatisch

Home AssistantHome Assistant ABC

Home Assistant: Anwesenheit und Zonen optimal nutzen

· Aktualisiert am

Home Assistant ABC · Folge 16 von 26: P wie Präsenz und Personenerkennung

Alle Folgen

Die beste Automation ist die, die du nicht anfassen musst. Und dafür braucht dein Smart Home eine Information vor allen anderen: Bist du da oder nicht? Genau das liefern Anwesenheitserkennung und Zonen in Home Assistant.

Im Video aus der ABC-Reihe zeige ich die Einrichtung Schritt für Schritt. Hier die wichtigsten Punkte zum Nachlesen.

Wie Home Assistant merkt, ob du zuhause bist

Vorweg: Die Companion App empfehle ich dir sowieso. Damit steuerst du dein Smart Home auch von unterwegs, so wie du es von Apple Home oder Google Home kennst. Und nebenbei liefert sie genau die Standortdaten, um die es hier geht.

Es gibt mehrere Wege, deine Anwesenheit zu erfassen. Die wichtigsten:

MethodeSo funktioniert esGut für
Companion AppDein Smartphone meldet den GPS-StandortZonen, Erkennung unterwegs
Router-IntegrationFritzbox oder UniFi melden, welche Geräte im WLAN sindSchnelle „Zuhause"-Erkennung
KombinationBeides zusammen als eine PersonDie zuverlässigste Variante

Mein Tipp: Verlass dich nicht auf eine einzige Quelle. GPS ist manchmal träge, WLAN-Erkennung greift erst, wenn das Handy sich verbunden hat. Home Assistant fasst mehrere Tracker unter einer Person zusammen und nimmt den plausibelsten Wert. Damit die App auch von unterwegs Standorte melden kann, muss deine Instanz erreichbar sein. Wie das sicher geht, steht im Guide zu Fernzugriff und Sicherheit.

Die Router-Variante hat noch einen Nebeneffekt: Sie funktioniert mit jedem WLAN-Gerät, nicht nur mit Smartphones. Wie du Fritzbox oder UniFi anbindest, läuft über die ganz normalen Integrationen.

Zonen anlegen

Eine Zone ist ein Kreis auf der Karte: Mittelpunkt plus Radius. Die Zone „Zuhause" existiert ab Werk, weitere legst du unter Einstellungen → Bereiche & Zonen an. Arbeit, Schule, Fitnessstudio, was immer für deine Automationen relevant ist.

Sobald eine Person eine Zone betritt oder verlässt, ändert sich ihr Status. Und genau darauf reagieren deine Automationen.

Beim Radius lieber großzügig sein. Ein zu kleiner Kreis führt dazu, dass GPS-Schwankungen dich ständig rein- und rauswerfen. 100 Meter sind ein guter Startwert.

Die klassische Verlassen-Automation

Das Paradebeispiel: Beim Verlassen des Hauses geht alles aus.

yaml
1automation:
2  - alias: "Alles aus beim Verlassen"
3    triggers:
4      - trigger: zone
5        entity_id: person.daniel
6        zone: zone.home
7        event: leave
8    conditions:
9      - condition: state
10        entity_id: zone.home
11        state: "0"
12    actions:
13      - action: light.turn_off
14        target:
15          entity_id: all
16      - action: switch.turn_off
17        target:
18          entity_id: switch.kaffeemaschine

Die Bedingung ist der entscheidende Teil: zone.home zählt, wie viele Personen gerade in der Zone sind. Steht der Wert auf 0, ist wirklich niemand mehr da. Ohne diese Prüfung macht die Automation das Licht aus, während dein Partner noch auf dem Sofa sitzt. Frag mich, woher ich das weiß.

Wie Trigger, Bedingungen und Aktionen genau zusammenspielen, erkläre ich im Guide zu Automationen.

Diese Automation kannst du beliebig erweitern. Heizung runterfahren, prüfen ob Fenster und Türen geschlossen sind, Jalousien runter für ein bisschen mehr Einbruchsschutz. Bei mir fliegt zum Beispiel auch die Kaffeemaschine mit raus, weil die sonst gerne mal den ganzen Tag vor sich hin heizt.

Präsenz im Raum: Sensoren statt GPS

Zonen sagen dir, ob jemand im Haus ist. Sie sagen dir nicht, ob jemand im Wohnzimmer sitzt. Dafür gibt es Anwesenheitssensoren, also Bewegungs- oder Präsenzmelder, die einen Raum als "belegt" oder "frei" melden.

Bei mir steuert so ein Sensor die Wohnzimmerbeleuchtung. Die Automation hat zwei Trigger, einmal für belegt und einmal für frei, jeweils mit einer eigenen Trigger-ID. Dazu kommt eine Helligkeitsbedingung: Das Licht geht nur an, wenn es draußen dunkel genug ist. Sonst brennt mittags die Lampe, nur weil jemand durchs Zimmer läuft.

yaml
1automation:
2  - alias: "Wohnzimmer Licht bei Präsenz"
3    triggers:
4      - trigger: state
5        entity_id: binary_sensor.wohnzimmer_praesenz
6        to: "on"
7        id: belegt
8      - trigger: state
9        entity_id: binary_sensor.wohnzimmer_praesenz
10        to: "off"
11        id: frei
12    actions:
13      - choose:
14          - conditions:
15              - condition: trigger
16                id: belegt
17              - condition: numeric_state
18                entity_id: sensor.helligkeit_aussen
19                below: 150
20            sequence:
21              - action: light.turn_on
22                target:
23                  entity_id: light.wohnzimmer
24          - conditions:
25              - condition: trigger
26                id: frei
27            sequence:
28              - action: light.turn_off
29                target:
30                  entity_id: light.wohnzimmer

Beim Ausschalten prüfe ich übrigens nicht, ob die Lampe überhaupt an war. Der Befehl tut auch dann nicht weh, wenn sie schon aus ist. Wie das Muster mit Trigger-IDs und dem Auswählen-Baustein genau funktioniert, zeige ich im Video zu den Automation-Extras.

Mein nächstes Projekt in diese Richtung: eine Guten-Morgen-Routine. Ein Helfer merkt sich nachts, dass geschlafen wird, und wenn ich morgens das erste Mal das Schlafzimmer verlasse, gehen unten Licht, Kaffeemaschine und Radio an. Genau einmal, nicht bei jedem Gang durchs Zimmer. Aktuell starte ich das noch per Sprachbefehl, und ehrlich gesagt nerven mich Dinge, die ich jeden Morgen gleich wiederholen muss. Genau dafür ist Präsenzerkennung da.

Mehr Ideen für Zonen

Die Zone "Zuhause" ist nur der Anfang. Ein paar Beispiele, die sich bei mir oder in der Community bewährt haben:

Zone Arbeit: Wenn du die Arbeit verlässt und 20 Minuten Heimweg hast, kann die Heizung schon mal hochfahren. Mit einer Wartezeit in der Automation startet danach sogar die Kaffeemaschine, kurz bevor du zur Tür reinkommst.

yaml
1automation:
2  - alias: "Heizung an beim Verlassen der Arbeit"
3    triggers:
4      - trigger: zone
5        entity_id: person.daniel
6        zone: zone.arbeit
7        event: leave
8    actions:
9      - action: climate.set_temperature
10        target:
11          entity_id: climate.wohnzimmer
12        data:
13          temperature: 21

Urlaubsmodus über einen großen Radius: Eine Zone mit 100 Kilometern um dein Zuhause verlässt du im Alltag praktisch nie. Passiert es doch, bist du ziemlich sicher im Urlaub. Dann kann die Warmwasserbereitung runter und die Heizung in den Urlaubsmodus.

Zone Supermarkt: Beim Betreten erinnert dich eine Push-Nachricht an den Einkaufszettel. Oder dein System schickt der Familie eine Nachricht, dass du gerade einkaufst und sie dir noch Wünsche schicken können. Erspart hinterher Diskussionen. Wie solche Nachrichten technisch funktionieren, steht im Video zu Benachrichtigungen.

Tipps aus der Praxis

  • Personen statt Geräte verwenden: Automationen immer auf person.x bauen, nie direkt auf den Device Tracker. Wechselst du das Handy, bleibt die Automation unverändert
  • Heimkommen vorbereiten: Eine zweite Zone mit größerem Radius um dein Zuhause meldet dich ein paar Minuten früher. Genug Zeit, um die Heizung hochzudrehen
  • Akku im Blick behalten: Die Companion App lässt dich einstellen, wie oft der Standort gemeldet wird. Häufiger heißt genauer, kostet aber Akku

Anwesenheit ist für mich die Grundlage von fast allem. Heizung, Licht, Benachrichtigungen: Sobald dein System weiß, wer da ist, werden Automationen vom Spielzeug zum echten Komfortgewinn.

Häufige Fragen

Brauche ich für die Anwesenheitserkennung ein Abo oder eine Cloud?

Nein. Die Standortdaten gehen von der Companion App direkt an deine eigene Instanz, eine fremde Cloud ist nicht nötig. Du brauchst nur einen Weg, deine Instanz von unterwegs zu erreichen, etwa über Nabu Casa oder eine selbst eingerichtete Lösung. Beides erkläre ich im Guide zu Fernzugriff und Sicherheit.

Warum springt mein Status ständig zwischen zuhause und abwesend?

Fast immer ist der Zonen-Radius zu klein. GPS schwankt um ein paar Dutzend Meter, und bei einem engen Kreis wirft dich jede Schwankung aus der Zone. Vergrößere den Radius auf mindestens 100 Meter und kombiniere GPS mit der WLAN-Erkennung deines Routers, dann beruhigt sich der Status.

Funktioniert die Erkennung auch ohne Smartphone?

Ja. Die Router-Integration erkennt jedes Gerät im WLAN, also auch Tablets oder Smartwatches. Und für die Frage, ob jemand in einem bestimmten Raum ist, sind Bewegungs- und Präsenzsensoren sowieso die bessere Wahl, ganz ohne Handy.

Kann jeder im Haushalt sehen, wo ich gerade bin?

Den Standort einer Person sehen nur Nutzer, die in deiner Home Assistant Instanz angemeldet sind. Die Daten bleiben auf deinem eigenen System und liegen nicht bei einem Anbieter. Wenn dir die Karte trotzdem zu viel verrät, kannst du die Standortfreigabe in der Companion App pro Gerät abschalten.

Weiterführende Inhalte

Diskussion im Forum

Hast du Fragen oder Ideen zu diesem Thema?

Diskutiere im Forum

Video teilen

Community

Unterstütze den Kanal

Hat dir der Beitrag geholfen? Es gibt zwei Wege, etwas zurückzugeben.