Integrationen sind das, was Home Assistant ausmacht. Tausende Geräte und Dienste lassen sich anbinden, von der Fritzbox bis zum Saugroboter. Aber Masse sagt nichts über Klasse. Manche Integrationen werden seit Jahren liebevoll gepflegt, andere dümpeln vor sich hin. Und welche du erwischst, merkst du im dümmsten Fall erst nach dem Gerätekauf.
Im Video zeige ich, woran du die Qualität einer Integration vor dem Kauf erkennst. Hier die Zusammenfassung.
Die Quality Scale lesen
Das Home-Assistant-Projekt bewertet seine offiziellen Integrationen mit einer Quality Scale. Du findest sie in der Integrations-Übersicht auf der offiziellen Website, dort lässt sich auch danach filtern.
| Stufe | Was sie bedeutet |
|---|---|
| Platinum | Höchste Stufe: vorbildlich gebaut, effizient, vollständig dokumentiert |
| Gold | Sehr gute Nutzererfahrung, aktiv betreut |
| Silver | Solide und zuverlässig im Alltag |
| Bronze | Erfüllt die Grundstandards |
| Internal / ohne Einstufung | Interne Bausteine oder noch nicht bewertet |
Mein praktischer Umgang damit: Ab Silver mache ich mir keine Gedanken. Bronze ist okay. Bei einer Integration ohne Einstufung schaue ich genauer hin, bevor ich Geld für Hardware ausgebe. Die Stufe ist kein Urteil über „funktioniert oder nicht", sondern über Pflege und Verlässlichkeit auf lange Sicht. Ganz ehrlich: Ich habe selbst nie strikt nach Stufen gefiltert. Wenn etwas nicht gut funktioniert, fliegt es eben wieder raus. Aber bevor ich Geld ausgebe, will ich die Einstufung gesehen haben.
Genau deshalb lohnt der Blick vor dem Kauf. Ein Gerät mit Gold-Integration wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in drei Jahren noch sauber laufen. Bei einem exotischen Gerät ohne bewertete Integration wettest du auf die Freizeit eines einzelnen Entwicklers.
Eine Kategorie in der Übersicht verdient noch einen Warnhinweis: Legacy. Diese Integrationen werden nicht mehr aktiv weiterentwickelt, der Support ist eingestellt. Sie funktionieren oft noch, aber niemand repariert sie, wenn ein Home-Assistant-Update etwas bricht. Für Neuanschaffungen würde ich um Geräte, die nur per Legacy-Integration laufen, einen Bogen machen.
Integration ist nicht gleich Add-on
Zwei Begriffe, die ständig verwechselt werden, und der Unterschied ist wichtig:
Integrationen verbinden Home Assistant mit Geräten und Diensten. Du richtest sie unter Einstellungen → Geräte & Dienste ein. Die Fritzbox-Anbindung ist eine Integration, genauso Zigbee oder dein Wetterdienst.
Add-ons sind eigenständige Programme, die neben Home Assistant laufen. Sie kommen aus dem Add-on Store und erweitern das System um Werkzeuge, etwa einen Dateieditor oder einen MQTT-Broker. Die offiziellen Add-ons werden vom Projekt selbst gepflegt und fliegen aus dem Store, wenn die Betreuung endet. Da kannst du also wenig falsch machen.
Unterm Strich hast du damit drei Quellen für Erweiterungen: den offiziellen Add-on Store, die eingebauten Integrationen unter Geräte & Dienste und den Community-Store HACS. Die ersten beiden sind kuratiert, beim dritten prüfst du selbst. Genau darum geht es im Rest dieses Artikels.
Mehr Begriffe dieser Sorte sortiert das Glossar.
Offiziell, HACS oder Cloud?
Neben den offiziellen Integrationen gibt es Community-Integrationen über HACS. Die können hervorragend sein, manche sind besser gepflegt als offizielle. Aber sie durchlaufen keine Quality Scale und niemand garantiert, dass sie das nächste Update überleben. Meine Regel: Kern-Funktionen wie Heizung und Licht laufen bei mir über offizielle Integrationen. HACS nutze ich für Komfort-Extras, deren Ausfall ich verschmerzen kann.
Manche Community-Integration ist übrigens nur deshalb nicht offiziell, weil sie noch jung ist. Der Weg in den Kern von Home Assistant dauert, und HACS ist oft die Vorstufe. Das macht eine HACS-Integration nicht automatisch schlechter, nur ungeprüfter.
Vor der HACS-Installation: der GitHub-Check
Bei HACS gibt es keine Quality Scale, aber du kannst die Qualität trotzdem einschätzen, und zwar mit einem Blick ins GitHub-Repository. Du musst dafür kein Entwickler sein. Jede Integration im HACS-Store verlinkt auf ihr Repository, und dort prüfst du drei Dinge:
- Letztes Release: Wann gab es zuletzt eine neue Version? Wochen oder wenige Monate sind ein gutes Zeichen.
- Aktivität: Werden Issues beantwortet, gibt es aktuelle Commits? Ein lebendiges Repository heißt, da kümmert sich jemand.
- Sterne und Nutzerzahl: Viele Sterne bedeuten viele Nutzer, und viele Nutzer finden Fehler schneller.
Im Video habe ich das an zwei Beispielen durchgespielt. Bei der einen Integration lag das letzte Update acht Monate zurück, bei der anderen gerade zwei Wochen. Klare Sache? Nicht ganz. Ein altes Datum kann auch einfach heißen, dass die Integration fertig ist und stabil läuft. Deshalb zählt das Gesamtbild: Datum, Aktivität und Dokumentation zusammen. Wenn alle drei Punkte verwaist wirken, lass die Finger davon. Diese fünf Minuten Recherche ersparen dir im Zweifel ein System, das nach dem nächsten Update streikt.
Ein zweites Kriterium neben der Qualitätsstufe: Läuft die Integration lokal oder über die Cloud des Herstellers? Lokale Anbindungen wie Zigbee oder Z-Wave funktionieren auch, wenn der Hersteller seine Server abschaltet. Cloud-Integrationen hängen am Wohlwollen des Anbieters. Die Integrations-Übersicht kennzeichnet das mit dem IoT-Class-Attribut, ein Blick darauf gehört bei mir zu jeder Kaufentscheidung dazu.
Tipps aus der Praxis
- Vor dem Kauf prüfen, nicht danach: Erst auf home-assistant.io/integrations nachsehen, dann bestellen. Fünf Minuten, die teure Fehlkäufe verhindern
- Weniger ist stabiler: Jede Integration ist ein beweglicher Teil. Was du nicht nutzt, fliegt bei mir raus
- Nach Updates ins Log schauen: Wenn eine Integration nach einem Update Fehler wirft, steht es im Protokoll. Wie du die Meldungen liest, zeigt der Troubleshooting-Guide
Wie du Integrationen einrichtest und verwaltest, behandelt der Grundlagen-Guide zu Integrationen im Detail.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Quality Scale in Home Assistant?
Die Quality Scale ist eine Bewertung der offiziellen Integrationen durch das Home-Assistant-Projekt, in den Stufen Bronze, Silver, Gold und Platinum. Sie sagt aus, wie gut eine Integration gebaut, dokumentiert und gepflegt ist. Du findest die Einstufung auf home-assistant.io/integrations, dort kannst du auch danach filtern.
Sind HACS-Integrationen gefährlich für mein System?
Gefährlich ist das falsche Wort, ungeprüft trifft es besser. HACS-Integrationen durchlaufen keine Qualitätskontrolle durch das Projekt. Eine schlecht gepflegte Integration kann nach einem Home-Assistant-Update Fehler werfen oder ausfallen. Mit dem GitHub-Check vor der Installation und einem aktuellen Backup bist du auf der sicheren Seite.
Was ist der Unterschied zwischen einer Integration und einem Add-on?
Integrationen verbinden Home Assistant mit Geräten und Diensten, du richtest sie unter Einstellungen → Geräte & Dienste ein. Add-ons sind eigenständige Programme aus dem Add-on Store, die neben Home Assistant laufen, etwa ein Dateieditor oder ein MQTT-Broker. Kurz: Integration verbindet, Add-on erweitert das System um Werkzeuge.
Warum funktioniert meine Integration nach einem Update nicht mehr?
Home Assistant entwickelt sich schnell, und Integrationen müssen mitziehen. Bei offiziellen Integrationen passiert das meist automatisch, bei Community-Integrationen hängt es am Entwickler. Schau nach einem Update ins Protokoll und prüfe, ob es eine neue Version der Integration gibt. Bleibt der Fehler, hilft oft ein Blick in die Issues des GitHub-Repositories, da sind andere meist schon vor dir gestolpert.
