Wenn die SD-Karte oder SSD deines Home Assistant stirbt, sind Automationen, Integrationen und Einstellungen weg, oft das Ergebnis von Monaten Bastelarbeit. Mit dem 2025er Update hat Home Assistant endlich automatische Backups bekommen, und im Video schaue ich mir die neue Funktion genau an. Dabei zeige ich auch, warum ich selbst weiter auf das Google Drive Add-on setze.
Automatische Backups seit dem 2025er Update
Die Backup-Verwaltung findest du unter Einstellungen, System, Backups. Neu ist der Bereich für automatische Sicherungen: Home Assistant legt jetzt selbstständig nach Zeitplan Backups an, vorher ging das nur manuell oder über Umwege.
In der Liste der vorhandenen Backups siehst du verschiedene Typen: vollständige Backups, Sicherungen nur vom Core und einzelne Add-on-Backups. Letztere entstehen meist bei Updates, wenn du die Checkbox "Backup vor dem Update erstellen" setzt. Diesen Haken lasse ich grundsätzlich drin. Verträgt sich eine neue Add-on-Version nicht mit deinem System, lädst du die Sicherung herunter oder spielst sie direkt wieder ein.
Der Verschlüsselungscode: ausdrucken und weglegen
Beim Einrichten der automatischen Backups zeigt dir Home Assistant einen Verschlüsselungscode und bietet ein Notfallset zum Herunterladen an. Nimm das ernst. Ohne diesen Code kannst du deine verschlüsselten Backups später nicht mehr öffnen, und wiederherstellen lässt er sich nicht.
Mein Rat aus dem Video: Druck den Code aus und leg ihn dorthin, wo deine wichtigen Unterlagen liegen. Die Verschlüsselung hat ja auch eine gute Seite: Landet ein Backup in falschen Händen, kann ohne den Code niemand etwas damit anfangen. Sollte der Code selbst mal irgendwo auftauchen, wo er nicht hingehört, kannst du ihn in den Einstellungen ändern. Genau das habe ich nach der Videoaufnahme auch gemacht.
Zeitplan mit Augenmaß: täglich, nachts, eine Woche
Bei der Einrichtung wählst du "Benutzerdefiniert" und legst Rhythmus und Aufbewahrung fest. Ich empfehle tägliche Backups zu einer Uhrzeit, zu der niemand am System arbeitet, im Video nehme ich 4:45 Uhr. Dann darf Home Assistant ruhig kurz beschäftigt sein.
Bei der Aufbewahrung gibt es drei Varianten. Nur drei Kopien zu behalten ist mir zu knapp. "Für immer" klingt verlockend, beschert dir aber 365 Backups im Jahr und irgendwann einen vollen Speicher, mein vollständiges Backup ist immerhin gut 250 MB groß. Mein Mittelweg: sieben Tage. So kann ich eine ganze Woche zurückrollen, falls mir ein Fehler erst spät auffällt. Beim Umfang gilt: alles sichern. Wenn dein System abraucht, willst du den kompletten Stand zurück und nicht hinterher fehlende Medien suchen. Was genau in ein Backup gehört, habe ich in der ABC-Folge zu Backups aufgedröselt.
Das Problem: Die Backups liegen auf demselben Gerät
Jetzt kommt mein Kritikpunkt. Als Speicherort bietet der Assistent "dieses System" an, die automatischen Backups landen also auf demselben Raspberry Pi, Green oder Yellow, auf dem Home Assistant läuft. Stirbt dessen Festplatte, sterben die Backups mit. Das ist ungefähr so, als würdest du die Datensicherung deines Computers auf demselben Computer ablegen.
Es ist kein Backup, wenn es auf dem System liegt, das es sichern soll. So einfach ist die Regel. Externe Ziele wie Cloud-Dienste waren zum Zeitpunkt des Videos erst angekündigt, und deshalb habe ich die native Funktion nach dem Test wieder deaktiviert. Versteh mich nicht falsch: Dass Home Assistant automatische Backups kann, ist super. Nur verlasse ich mich nicht auf eine Sicherung, die mit dem Gerät untergeht.
Google Drive Backup: meine Lösung seit über einem Jahr
Stattdessen läuft bei mir das Add-on "Home Assistant Google Drive Backup" aus dem Add-on Store. Es erstellt nach Zeitplan Backups und lädt sie automatisch in deinen Google-Drive-Account hoch. Die Einrichtung ist in wenigen Klicks erledigt: installieren, Benutzeroberfläche öffnen, mit Google verbinden.
Meine Einstellungen: jede Nacht um 3 Uhr ein vollständiges Backup, vier Stück bleiben lokal in Home Assistant, sieben liegen in Google Drive. Die lokalen Kopien sind praktisch, wenn das System noch läuft und nur ein Add-on klemmt. Das Add-on kann noch deutlich mehr: eigene Namens-Templates für die Dateien, eine Status-Entität fürs Dashboard, einen Stopp bei knappem Speicherplatz und optional einen eigenen Schlüssel zur Verschlüsselung. Ein Detail mag ich besonders: Das Add-on lädt erst das neue Backup hoch und löscht dann das älteste. Schlägt der Upload fehl, ist die alte Sicherung noch da.
Mein Google-Drive-Ordner synchronisiert sich nebenbei auf meinen Rechner, die Backups liegen also dreifach. Sollte mein Home Assistant Yellow Feuer fangen, kaufe ich ein neues Gerät, spiele das letzte Backup ein und habe den Stand von heute Nacht um 3 Uhr. Mehr als eine Viertelstunde kostet dich die ganze Einrichtung nicht, und danach hast du Ruhe.
Häufige Fragen
Wo speichert Home Assistant die automatischen Backups?
Standardmäßig lokal auf dem Gerät, auf dem Home Assistant läuft. Genau das ist die Schwachstelle: Bei einem Hardware-Defekt sind System und Sicherung gleichzeitig weg. Sorge deshalb immer für eine Kopie außerhalb des Geräts, etwa per Google Drive Add-on oder auf einem NAS.
Was passiert, wenn ich den Verschlüsselungscode verliere?
Dann sind verschlüsselte Backups wertlos, der Code lässt sich nicht wiederherstellen. Lade dir beim Einrichten das Notfallset herunter, druck den Code aus und bewahre ihn getrennt vom System auf, etwa bei deinen wichtigen Unterlagen. In den Backup-Einstellungen kannst du ihn jederzeit erneut anzeigen lassen oder ändern.
Wie viel Speicherplatz brauchen die Backups in Google Drive?
Das hängt an deinem System. Mein vollständiges Backup liegt bei gut 250 MB, sieben Stück belegen bei mir rund 2 GB. Mit den 15 GB eines kostenlosen Google-Kontos kommst du also weit, solange du keine riesigen Mediensammlungen mitsicherst und die Zahl der aufbewahrten Backups begrenzt.
Reichen die eingebauten automatischen Backups nicht aus?
Als Komfortfunktion sind sie gut, als alleinige Strategie nicht, solange die Sicherung nur auf dem Gerät selbst liegt. Die Kombination macht es: automatische, regelmäßige Backups plus mindestens ein Speicherort außerhalb des Systems. Wie du im Ernstfall wiederherstellst, zeige ich im Video zum Backup-Restore.
