Mein Autarkiegrad war ehrlich gesagt eine Katastrophe. Tagsüber hat die Dachanlage fleißig produziert, der kleine Heimspeicher war mittags schon voll, der Rest ging als Einspeisevergütung raus — für knapp 8 Cent pro Kilowattstunde. Abends war der Speicher leer und ich musste teuren Netzstrom zukaufen. Irgendwann hatte ich genug davon und habe mir den Jackery SolarVault 3 Pro bei Yuma angeschaut. Was mich dabei wirklich überrascht hat: Das Gerät macht für wahnsinnig viele verschiedene Situationen Sinn. Egal ob Balkonkraftwerk, Dachanlage oder komplett ohne Solar.
Was der SolarVault 3 Pro eigentlich ist
Der SolarVault 3 Pro ist ein Batteriespeicher mit integriertem Wechselrichter. Beides in einer Box, 2.520 Wh Kapazität in der Basiseinheit und bis zu 4.000 Wp PV-Eingangsleistung über vier MPPT-Tracker. In meinem Setup habe ich noch zwei Battery Packs BP2500 dazugestapelt, womit ich auf insgesamt 7.560 Wh Gesamtkapazität komme. Die Technologie dahinter ist LiFePO4, was bei einer angegebenen Lebensdauer von 6.000 Zyklen schon eine Ansage ist.
Das Gerät selbst ist komplett aus Metall, wasserdicht und frostsicher. Es macht einen wirklich wertigen Eindruck, ist aber auch entsprechend schwer — klar, da steckt ein ordentlicher Batteriespeicher drin. Oben gibt es ein kleines Display, auf der einen Seite die DC-Anschlüsse fürs Balkonkraftwerk, auf der anderen einen Schukostecker für die direkte Geräteversorgung und den AC-Anschluss fürs Hausnetz. Die Installation ist denkbar simpel: Battery Packs aufeinanderstapeln, SolarVault 3 Pro oben drauf, fertig. Kein Schrauben, keine Kabelinstallation. In meinem Fall hat das vielleicht 5 Minuten gedauert.
Szenario 1: Betrieb mit Balkonkraftwerk
Das ist wahrscheinlich das Szenario, das für die meisten hier relevant ist. Du schließt deine Solarmodule direkt per DC-Kabel an den SolarVault an, das Kabel kann bis zu 15 Meter lang sein. Einen eigenen Wechselrichter brauchst du dann nicht mehr, weil der eben schon im Gerät steckt. Tagsüber lädt der Speicher, abends gibt er den gespeicherten Strom über eine normale Steckdose ans Hausnetz ab.
Was ich dabei wahnsinnig praktisch finde: Du kannst theoretisch mehr als 800 Watt PV-Leistung anschließen, weil der Speicher das Limit deines bisherigen Wechselrichters umgeht. Ob das aktuell rechtlich sauber ist, hängt von der geplanten Gesetzesänderung ab, die den AC-Ausgang auf 1.200 Watt anheben soll. Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister ist auf jeden Fall Pflicht. Wenn du noch keinen Überblick über die Balkonkraftwerk-Installation hast, schau dir gerne meinen Artikel zur Yuma Flat 2000 Installation und Home Assistant Integration an, da habe ich das einmal komplett durchgespielt.
Szenario 2: Nachrüsten bei bestehender PV-Anlage
Hier wird es ein bisschen spannender, weil das Gerät dabei eben nicht per DC angeklemmt wird, sondern AC-gekoppelt über eine normale Steckdose ins Hausnetz geht. Das Smart Meter 3P klebt dabei am Zählerkasten und misst auf drei Phasen, wie viel gerade verbraucht und eingespeist wird. Darauf basierend entscheidet der SolarVault selbst, ob er gerade laden oder entladen soll.
Das ist eigentlich genauso, wie du es von einem normalen Heimspeicher kennst, nur eben als Nachrüstlösung ohne Eingriff in die bestehende Anlage. Kein neuer Wechselrichter, keine Kabeländerungen, kein Elektriker für den Speicher selbst. Einzig die Installation des Smart Meters am Zählerkasten sollte ein Fachmann machen. Jackery unterstützt dabei übrigens nicht nur das eigene Smart Meter, sondern auch den Echotracker oder Shelly-Geräte. Ich setze gerade den Echotracker ein, weil der bei mir schon vorher im Einsatz war.
Für mich persönlich ist es tatsächlich eine Kombination aus Szenario 1 und 2: Balkonkraftwerk auf der Garage, Dachanlage drüber, und der SolarVault als zusätzlicher Puffer dazwischen. Mein alter Speicher war einfach zu klein. Die echten Zahlen sprechen da eine klare Sprache: Ohne Jackery lag mein Autarkiegrad bei 37%, mit Jackery bewegen wir uns auf rund 50%, an guten Sonnentagen auch mal auf 100%. Die Einspeisevergütung liegt gerade bei 7,78 Cent pro Kilowattstunde, während ich für Netzstrom im Schnitt 25 Cent zahle. Da ist die Rechnung eigentlich ganz einfach.
Szenario 3: Komplett ohne Solar
Das ist das Szenario, das ich am wenigsten erwartet hätte, das mich aber rückblickend am meisten überrascht hat. Der SolarVault lässt sich direkt mit Tibber oder aWATTar verknüpfen. Du loggst dich einmal in der App ein, authentifizierst dich und das war es schon. Ab da kennt der Speicher die aktuellen Strompreise und lädt automatisch dann, wenn der Strom günstig ist, manchmal sogar negativ. An solchen Tagen bekommst du quasi Geld dafür, dass dein Speicher lädt. Wenn der Preis dann wieder steigt, gibst du den gespeicherten Strom ans Haus ab.
Natürlich macht das nur Sinn, wenn die Preisunterschiede groß genug sind. Grob gerechnet komme ich durch Tibber-Arbitrage auf rund 75 Euro Ersparnis im Jahr, zusammen mit dem Solar-Anteil auf etwa 252 Euro. Amortisation bei einem UVP von rund 2.400 Euro wäre damit irgendwann nach 9 bis 10 Jahren erreicht. Ob sich das lohnt, hängt natürlich von der eigenen Situation ab. Aber allein schon als USV-Funktion ist das Gerät interessant: Die Umschaltzeit bei Stromausfall liegt unter 20 ms, was für die meisten Geräte zu Hause vollkommen transparent ist.
App-Setup und KI-Steuerung
Das App-Setup war ehrlich gesagt das, was ich am meisten gefürchtet hatte. Aber das war leider vollkommen unbegründet. Man registriert sich, legt einen Account an, drückt auf dem SolarVault einmal den Einschaltknopf und dann erkennt die App das Gerät automatisch. WLAN einrichten, Smart Meter hinzufügen, Tibber verbinden — das Ganze hat vielleicht 15 Minuten gedauert.
Die App hat außerdem einen KI-Smart-Modus, der Lade- und Entladezeiten automatisch plant. Ich habe den ehrlich gesagt noch nicht ausgiebig getestet, aber die Grundidee ist, dass das Gerät aus dem bisherigen Verhalten lernt und sich selbst optimiert. Was ich bisher gesehen habe, macht das einen soliden Eindruck.
Jackery SolarVault in Home Assistant
Natürlich wäre das hier nicht alles-automatisch, wenn ich dabei geblieben wäre. Der SolarVault ist bei mir schon ins Home Assistant Energie-Dashboard eingebunden. Ich sehe Ladezustand, geladene und entladene Energie, Netzbezug und Einspeisung direkt im Dashboard. Das ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal, weil es dazu fast keine Informationen gibt.
Derzeit geht das noch über einen kleinen Umweg, den ich in einem separaten Artikel zu Jackery SolarVault und Home Assistant genau zeige. Jackery hat aber bereits angekündigt, im zweiten Quartal dieses Jahres eine offizielle Home Assistant Integration zu veröffentlichen. Das wird das Ganze dann noch einmal deutlich einfacher machen. Ich bin gespannt, wann es so weit ist, und werde das natürlich zeigen, sobald es verfügbar ist.
Rabatte und wo kaufen
Wenn du gerade überlegst, ob du dir so ein System holen willst, gibt es gerade ein paar Gründe, nicht zu lang zu warten. Über Yuma bekommst du aktuell Early-Bird-Rabatte auf die Jackery-Geräte, die Battery Packs BP2500 zum Beispiel mit rund 130 Euro Rabatt. Und auf meiner Gutschein-Seite findest du meinen exklusiven Code, mit dem du noch mal 30 Euro auf die gesamte Bestellung sparst. Der Code ist dauerhaft dort hinterlegt, also kannst du dir das auch einfach merken.
Nutzt du selbst einen Heimspeicher oder hast du Erfahrungen mit dynamischen Stromtarifen? Ich bin wahnsinnig gespannt, wie sich die Zahlen bei mir über die nächsten Monate entwickeln.
