In meinem Smart Home setze ich Home Assistant als zentrale Steuerung ein und nutze die Tibber-Integration, um Energiedaten und Preisinformationen automatisiert zu verarbeiten. Vor Kurzem bin ich auf ein Authentifizierungsproblem gestoßen: Die Anmeldung bei Tibber funktionierte plötzlich nicht mehr, was die Integration in Home Assistant blockierte. Da ich auf die aktuellen Strompreise und Verbrauchsdaten angewiesen bin, habe ich mir die technische Ursache angeschaut und einen funktionierenden Workaround umgesetzt. Im Folgenden erkläre ich, wie ich das Problem gelöst habe, welche Schritte notwendig sind und worauf dabei zu achten ist.
Das Problem mit der Tibber-Integration
Bei mir trat das Problem auf, dass sich die Tibber-Integration in Home Assistant nicht mehr authentifizieren ließ. Nach dem Entfernen und erneuten Hinzufügen der Integration wurde ein Zugriffstoken verlangt, der Anmeldeprozess endete jedoch mit einer Fehlermeldung. Die Ursache liegt in einer Änderung bei Tibber, die den bisherigen OAuth-Flow unterbricht.
Ohne funktionierende Authentifizierung lassen sich keine aktuellen Daten mehr von Tibber abrufen. Das betrifft insbesondere Preissensoren und Verbrauchsdaten, die ich für Automatisierungen nutze.
Das Problem ist reproduzierbar und betrifft offenbar viele Nutzer. Eine schnelle Lösung ist daher notwendig, um die Integration wiederherzustellen.
Technischer Hintergrund: OAuth und Redirect URI
Die Tibber-Integration nutzt das OAuth-Verfahren, um Home Assistant Zugriff auf die Tibber-API zu geben. Dabei ist eine korrekte Redirect URI entscheidend: Nach erfolgreicher Anmeldung wird der Nutzer an eine festgelegte Adresse zurückgeleitet, über die Home Assistant das Zugriffstoken erhält.
Durch Änderungen bei Tibber ist die bisher verwendete Redirect URI nicht mehr gültig. Home Assistant benötigt nun eine spezifische URI: https://my.home-assistant.io/redirect/oauth. Ohne diese Anpassung scheitert der Authentifizierungsprozess.
Die Lösung besteht darin, eine eigene Tibber-Anwendung im Developer-Portal zu erstellen, die korrekte Redirect URI einzutragen und die erhaltenen Zugangsdaten manuell in Home Assistant zu hinterlegen.
Schritt-für-Schritt: Workaround zur Wiederherstellung
Zuerst habe ich die bestehende Tibber-Integration in Home Assistant entfernt, um einen sauberen Neustart zu gewährleisten. Anschließend habe ich im Tibber Developer-Portal eine neue Anwendung angelegt und als Redirect URI genau die Adresse https://my.home-assistant.io/redirect/oauth eingetragen.
Nach dem Anlegen der Anwendung wurden mir Client ID und Client Secret angezeigt. Diese beiden Werte habe ich in Home Assistant unter Einstellungen → Geräte & Dienste → Anmeldedaten für Anwendungen eingetragen. Dabei ist es wichtig, die Daten exakt zu übernehmen und keine Tippfehler zu machen.
Nach dem Speichern der OAuth-Anmeldedaten konnte ich die Tibber-Integration wieder hinzufügen. Die Authentifizierung lief nun korrekt durch, und alle Sensoren sowie Preisdaten standen wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Voraussetzungen und Besonderheiten
Für diesen Workaround ist ein Zugang zum Tibber Developer-Portal erforderlich. Wer noch keinen Account hat, muss diesen zunächst anlegen. Außerdem ist es notwendig, dass Home Assistant von außen erreichbar ist, damit die OAuth-Weiterleitung funktioniert.
Die manuelle Anlage der OAuth-Daten ist etwas aufwendiger als der Standardprozess, bietet aber volle Kontrolle über die Zugangsdaten. Wichtig ist, die Client-Daten sicher zu verwahren und nicht weiterzugeben.
Nach meiner Erfahrung funktioniert die Integration nach diesem Vorgehen stabil. Dennoch handelt es sich um einen temporären Workaround, bis die Entwickler das Problem dauerhaft beheben.
Erweiterungen und Einordnung
Mit dieser Methode bleibt die Tibber-Integration in Home Assistant weiterhin nutzbar, auch wenn es zu Änderungen im OAuth-Prozess kommt. Ich kann dadurch meine Automatisierungen und Auswertungen wie gewohnt betreiben.
Alternativ besteht die Möglichkeit, auf andere Energieanbieter oder Integrationen auszuweichen, falls Tibber dauerhaft Anpassungen vornimmt. Aus meiner Sicht ist der beschriebene Workaround aktuell jedoch die praktikabelste Lösung.
Ich beobachte die Entwicklung weiter und passe meine Einrichtung bei Bedarf an, sobald eine offizielle Lösung veröffentlicht wird.
