Ich habe mir die Kombination aus einer bestehenden SolarEdge-Anlage und einem zusätzlichen Hoymiles-Wechselrichter genauer angesehen. In meinem Fall betreibe ich ein klassisches PV-Dachsystem zusammen mit einem Balkonkraftwerk, das über einen Hoymiles-Wechselrichter und die S-Miles App angebunden ist. Mich hat interessiert, ob sich diese Systeme technisch miteinander vertragen, wie die parallele Nutzung in der Praxis funktioniert und ob es dabei zu Problemen kommt, insbesondere im Hinblick auf die verschiedenen Hersteller-Apps und die Integration in Home Assistant. Mein Ziel war es, die technischen Abläufe zu verstehen, mögliche Stolpersteine zu identifizieren und eine saubere Einbindung beider Systeme zu realisieren.
Technische Grundlagen: Paralleler Betrieb von SolarEdge und Hoymiles
Aus technischer Sicht arbeiten SolarEdge und Hoymiles unabhängig voneinander. Die SolarEdge-Anlage ist als zentrales PV-System fest mit dem Hausnetz verbunden, während das Balkonkraftwerk mit Hoymiles-Wechselrichter typischerweise über eine Steckdose einspeist. Beide Systeme nutzen eigene Wechselrichter und messen ihre Erträge separat.
Die Kommunikation und Steuerung erfolgt jeweils über die herstellereigenen Apps, SolarEdge und S-Miles. Eine direkte technische Kopplung oder gegenseitige Beeinflussung gibt es dabei nicht. Die Stromflüsse werden im Hausnetz zusammengeführt, aber die Erfassung und Auswertung bleibt getrennt.
Diese Trennung sorgt dafür, dass sich beide Systeme nicht gegenseitig stören. Die parallele Nutzung ist daher grundsätzlich unproblematisch, solange die elektrischen Installationsvorgaben eingehalten werden.
Integration der Systeme in Home Assistant
Ich habe beide Systeme in Home Assistant integriert, um eine zentrale Übersicht über die Energieerzeugung zu erhalten. Für die SolarEdge-Anlage nutze ich die offizielle Integration, die mir die aktuellen Produktionsdaten direkt ins Dashboard bringt.
Für die Hoymiles-Komponenten habe ich die Hoymiles Home Assistant Custom Component eingesetzt. Diese Erweiterung ermöglicht es, Hoymiles DTUs und HMS-Mikrowechselrichter direkt über das lokale Netzwerk abzufragen, eine Cloud-Verbindung ist nicht erforderlich.
Im Home Assistant Dashboard kann ich so beide Erzeuger getrennt, aber übersichtlich darstellen. Die erzeugte Energie wird für jedes System separat angezeigt, was eine differenzierte Auswertung und Analyse ermöglicht.
Praxiserfahrungen mit den Hersteller-Apps
In der Praxis habe ich festgestellt, dass die SolarEdge-App und die S-Miles-App unabhängig voneinander funktionieren. Beide Anwendungen zeigen die jeweils erzeugte Energie sowie weitere Detaildaten an.
Die SolarEdge-App bietet dabei eine umfangreiche Auswertung der Dachanlage, inklusive Umweltstatistiken und historischen Erträgen. Die S-Miles-App konzentriert sich auf die Hoymiles-Komponenten und liefert dort die relevanten Live-Daten.
Ein Nachteil ist, dass keine der Apps die Daten des jeweils anderen Systems kennt. Wer eine Gesamtsicht auf alle Erzeuger haben möchte, ist daher auf eine zentrale Plattform wie Home Assistant angewiesen.
Voraussetzungen und Besonderheiten bei der Integration
Für die Einbindung der Hoymiles-Komponenten in Home Assistant ist ein kompatibler DTU (z. B. DTU-WLite oder DTU-Pro) sowie ein unterstützter Mikrowechselrichter erforderlich. Die Installation der Custom Component erfolgt über HACS und die Angabe der lokalen IP-Adresse des DTU.
Bei der SolarEdge-Integration reicht meist die Eingabe der Zugangsdaten oder die Nutzung der API. Wichtig ist, dass beide Systeme im lokalen Netzwerk erreichbar sind und die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt werden.
Eine Besonderheit bei Hoymiles: Laut Entwicklerhinweis sollte die Power-Limit-Funktion zur Null-Einspeisung nicht genutzt werden, da dies zu Schäden am Wechselrichter führen kann. Hier ist Vorsicht geboten.
Erweiterungsmöglichkeiten und Einordnung
Mit der Kombination aus SolarEdge, Hoymiles und Home Assistant kann ich alle relevanten Energieflüsse im Haus zentral überwachen. Die offene Architektur von Home Assistant erlaubt es, weitere Sensoren, Verbraucher oder Automatisierungen einzubinden.
Für fortgeschrittene Nutzer besteht die Möglichkeit, eigene Dashboards zu erstellen, Verbrauchsdaten zu analysieren oder Benachrichtigungen bei bestimmten Ereignissen zu konfigurieren.
Aus meiner Sicht bietet diese Lösung eine hohe Flexibilität. Wer Wert auf eine ganzheitliche Übersicht legt, profitiert besonders von der offenen Integrationsfähigkeit von Home Assistant.
Verwendete Erweiterungen & Repositories
- suaveolent/ha-hoymiles-wifi — Home Assistant custom component for Hoymiles DTUs and the HMS-XXXXW-2T microinverters
