Anfang 2025 habe ich meinen Stromanbieter gewechselt und bin bei Tibber gelandet. Der Tarif hat keinen festen Preis pro Kilowattstunde, sondern stündlich wechselnde Preise. Im Video zeige ich dir die Tibber-App, die Einrichtung der Integration in Home Assistant und wie du dir den Strompreis aufs Dashboard holst. Hier alles zum Nachlesen.
Was Tibber anders macht
Klassische Stromtarife haben einen festen Arbeitspreis. Ob du mittags wäschst oder nachts, kostet dasselbe. Bei Tibber orientiert sich der Preis am Strommarkt und ändert sich jede Stunde. Damals im Video lag er an einem Mittag bei 11 Cent pro Kilowattstunde, am Vormittag eines anderen Tages bei 24 Cent. Solche Schwankungen sind normal, und genau die kannst du nutzen.
Die Tibber-App zeigt dir den aktuellen Preis, den Tagesverlauf und die Historie der letzten Wochen. Dazu kommt eine Verbrauchsanalyse: Du siehst laufend, wie viel Strom du diesen Monat verbraucht hast und was er kostet. Böse Überraschungen bei der Jahresabrechnung fallen damit weg, weil du jeden Monat das zahlst, was du wirklich verbraucht hast.
Spannend für Smart-Home-Nutzer sind die Power-ups. Darüber verbindest du externe Geräte mit Tibber: E-Autos der gängigen Marken, Wärmepumpen, PV-Anlagen. Bei mir laufen Wärmepumpe und Solaranlage in der App zusammen, ich sehe dort Vorlauftemperatur, Außentemperatur und die aktuelle Erzeugung. Wer seinen Verbrauch in Echtzeit messen will, setzt den Tibber Pulse auf den Stromzähler. Für die Home-Assistant-Integration brauchst du den aber nicht zwingend.
Die Tibber-Integration einrichten
Die Einrichtung ist in zwei Minuten erledigt. Du gehst auf Einstellungen > Geräte & Dienste, klickst auf Integration hinzufügen und suchst nach Tibber. Danach loggst du dich mit deinem Tibber-Konto ein, fertig. Kein API-Token kopieren, kein YAML.
Welche Sensoren du danach bekommst, hängt von deinem Wohnort und deinem Tarif ab. Bei mir liefert die Integration den aktuellen Strompreis, die monatlichen Kosten, den monatlichen Nettoverbrauch und die monatlichen Spitzenstunden. Manche Accounts bekommen statt der Monatskosten nur Tageswerte. Falls du dazugehörst: In meinem Tibber-Dashboard-Snippet findest du einen Template-Sensor, der dir die Monatskosten aus den Tageswerten zusammenrechnet.
Den Strompreis aufs Dashboard holen
Auf meinem Übersichts-Dashboard habe ich drei Kacheln gebaut: den Preisverlauf des Tages, den Stromverbrauch der letzten 48 Stunden und die Monatskosten als Barometer. Dazu ein kleines Badge mit dem aktuellen Preis, damit ich ihn immer im Blick habe.
Dafür brauchst du neben der Tibber-Integration noch HACS und zwei Custom Cards: die Mini Graph Card und die ApexCharts Card. Den fertigen Karten-Code mit allen Voraussetzungen findest du im verlinkten Snippet. Du kopierst ihn, legst auf deinem Dashboard eine manuelle Karte an, fügst den Code ein und tauschst die Entität gegen deinen eigenen Sensornamen, bei mir zum Beispiel sensor.strompreis. Mehr ist es nicht. Die Farben passt du über die Hex-Codes im Code an, ein beliebiger Online-Colorpicker reicht dafür völlig.
Tibber im Energie-Dashboard nutzen
Richtig rund wird das Ganze im Energie-Dashboard von Home Assistant. In der Energiekonfiguration kannst du beim Netzbezug eine Entität mit dem aktuellen Preis hinterlegen. Ich habe dort den Tibber-Strompreis ausgewählt. Home Assistant weiß damit zu jeder Stunde, was die verbrauchte Kilowattstunde gerade kostet, und die berechneten Kosten passen wirklich zum Verbrauch.
Das funktioniert übrigens auch ohne dynamischen Tarif. Dann trägst du deinen festen Arbeitspreis manuell ein, er ändert sich eben nur nicht.
Und ab hier fängt der Spaß erst an. Mit dem Preis als Sensor baust du Automationen, die darauf reagieren: eine Warnung bei hohen Strompreisen, bevor du den Trockner anwirfst, oder preisgesteuertes Laden fürs E-Auto. Beides habe ich in eigenen Videos gebaut.
Häufige Fragen
Brauche ich den Tibber Pulse für die Home-Assistant-Integration?
Nein. Die Integration holt sich Strompreise und Verbrauchsdaten über die Tibber-API, dafür reicht dein Tibber-Konto. Der Pulse liefert dir den Verbrauch in Echtzeit direkt vom Zähler. Ein nettes Extra, aber keine Voraussetzung.
Warum sehe ich andere Sensoren als im Video?
Die verfügbaren Sensoren hängen von Region und Tarif ab. Manche Accounts bekommen monatliche Kostenwerte, andere nur tägliche. Mit einem Template-Sensor rechnest du dir fehlende Werte selbst zusammen, ein Beispiel dafür steht in meinem Dashboard-Snippet.
Kann Home Assistant Geräte automatisch bei günstigem Strom schalten?
Ja, genau das ist der Reiz an der Sache. Der Strompreis liegt als ganz normaler Sensor vor, also kannst du ihn in jeder Automation als Trigger oder Bedingung verwenden. Typische Kandidaten sind das E-Auto, die Waschmaschine an einer smarten Steckdose oder die Poolheizung.
Funktioniert die Kostenberechnung im Energie-Dashboard auch mit festem Tarif?
Ja. Statt der Preis-Entität trägst du in der Energiekonfiguration einfach deinen festen Preis pro Kilowattstunde ein. Die Kosten werden dann mit diesem Wert berechnet, nur eben ohne stündliche Schwankung.
