Kurz vor dem Video habe ich meinen neuen Tesla abgeholt. Der stand beim Dreh in der Garage, hing an der Wallbox und wurde trotzdem nicht geladen. Kein Defekt, sondern Absicht: Tibber hatte der Wallbox gesagt, dass der Strom gerade zu teuer ist. Wie dieses Zusammenspiel aus dynamischem Tarif, Wallbox und Home Assistant funktioniert, zeige ich dir im Video und hier zum Nachlesen.
Bevor ich mein E-Auto gekauft habe, habe ich genau solche Erfahrungsberichte gesucht und nicht gefunden. Deshalb dieses Video. Die Grundlagen zur Tibber-Einrichtung stehen im eigenen Beitrag zur Tibber-Integration, hier geht es ums Laden.
So entscheidet Tibber, wann dein Auto lädt
Beim Dreh lag der Strompreis bei 35 Cent pro Kilowattstunde, in der Spitze des Tages bei 43,5 Cent, nachts dagegen um die 31 Cent (Stand des Videos). Bei solchen Unterschieden willst du nicht laden, sobald das Kabel steckt, sondern dann, wenn der Preis im Tal ist.
Genau das macht der Smart Charging Plan in der Tibber-App. Voraussetzung: Dein Auto oder deine Wallbox arbeitet mit Tibber zusammen, am besten beides. Die Liste der unterstützten Hersteller ist lang, von Audi über BMW und Kia bis Tesla. Tibber plant die Ladefenster dann automatisch in die günstigen Stunden. Im Video stand der Plan zum Beispiel auf 3:00 bis 4:20 Uhr nachts: von 63 auf 80 Prozent laden, rund 14 Kilowattstunden für etwa 4,31 Euro. Du siehst also vorher, wann geladen wird, wie viel und was es kosten wird.
Die wichtigsten Einstellungen in der App
Drei Einstellungen machen den Unterschied:
Die Abfahrtszeit legst du pro Wochentag fest. Bis zu dieser Uhrzeit hat das Auto den gewünschten Ladestand sicher erreicht, sofern die Zeit reicht. Wer um 6:59 Uhr ansteckt und um 7 Uhr losfahren will, hat selbst schuld.
Das minimale Ladeniveau hält Tibber immer, egal was der Strom kostet. Praktisch als Sicherheitspuffer für spontane Fahrten.
Mit Laden mit Solarenergie bevorzugt das System deinen PV-Überschuss, wenn die Sonne gerade liefert.
Ich lade außerdem grundsätzlich nur bis 80 Prozent, um den Akku zu schonen. Danach heißt es nur noch: Auto zu Hause immer anstecken, den Rest übernimmt Tibber. Das ist reine Gewohnheitssache, ich musste mich in der ersten Woche auch erst daran gewöhnen.
Die Wallbox in Home Assistant einbinden
Meine Wallbox ist der Tesla Wall Connector, und dafür gibt es eine offizielle Integration, die du mit wenigen Klicks einrichtest. Danach bekommst du einen ganzen Schwung Entitäten: die geladene Energie, den Status des Ladevorgangs, Spannungen und Stromstärken, sogar die Temperatur vom Steckergriff. Beim Dreh waren das 8,8 Grad, es war eben März.
Besonders aufschlussreich ist der Status. Bei mir stand dort "warten auf Auto", obwohl das Fahrzeug angesteckt und verbunden war. Das ist das Tibber-Lademanagement in Aktion: Die Wallbox ist bereit, lädt aber erst, wenn der Preis passt. Wenn du diesen Status kennst, ersparst du dir die Fehlersuche.
Was das E-Auto im Energie-Dashboard anrichtet
Ich habe die Wallbox ins Energie-Dashboard aufgenommen, und das verschiebt die Maßstäbe gewaltig. An einem einzigen Tag standen 22,2 Kilowattstunden für den Wall Connector auf der Uhr. Daneben wirkte selbst die Wärmepumpe mit ihren 12,14 Kilowattstunden klein. Der Netzbezug von 48 Kilowattstunden sah erst erschreckend aus, bis mir klar war: Das meiste davon steckt jetzt im Autoakku.
Bei den Kosten hilft die Einordnung genauso. Mitte März zeigte die Tibber-Integration schon 62 Euro Stromkosten für den Monat (damals im Video). Klingt viel, aber dafür hatte ich keine einzige Tankstelle besucht, und eine Tankfüllung hätte mindestens genauso viel gekostet. Wenn du die Ladekosten sauber vom Hausverbrauch trennen willst, schau dir mein Wallbox-Tracking-Snippet an.
Häufige Fragen
Welche Autos und Wallboxen funktionieren mit Tibber Smart Charging?
Tibber unterstützt über die Power-ups die meisten gängigen E-Auto-Marken, darunter Tesla, Audi, BMW, Ford und Kia (Stand des Videos). Dazu kommen diverse Wallboxen. Am flexibelsten bist du, wenn Auto und Wallbox kompatibel sind, es reicht aber schon eines von beidem.
Warum lädt mein Auto nicht, obwohl es an der Wallbox hängt?
Wenn das Smart Charging aktiv ist, pausiert Tibber den Ladevorgang bei hohen Preisen ganz bewusst. In Home Assistant zeigt der Wall Connector dann "warten auf Auto". Geladen wird, sobald ein günstiges Zeitfenster beginnt oder die Abfahrtszeit es nötig macht.
Brauche ich Home Assistant, um günstig zu laden?
Nein, das Smart Charging läuft komplett über die Tibber-App. Home Assistant nutze ich fürs Monitoring: Ladeenergie im Energie-Dashboard, Status der Wallbox und eigene Auswertungen. Wer mag, baut darauf eigene Automationen auf.
Wie trenne ich die Ladekosten vom restlichen Hausverbrauch?
Indem du die Wallbox als eigenes Gerät im Energie-Dashboard führst. Dann siehst du ihren Anteil am Gesamtverbrauch separat. Für die Kostenrechnung pro Monat habe ich ein fertiges Snippet, das den Wallbox-Verbrauch mit dem Strompreis verrechnet.
Weiterführende Inhalte
- Tibber in Home Assistant integrieren
- Wallbox-Stromverbrauch und Kosten tracken
- Das Energie-Dashboard verstehen
- Lohnt sich eine Photovoltaikanlage? – PV-Überschuss fürs Auto nutzen
- Jackery SolarVault 3 Pro: 3 Szenarien im Test – Speicher und Tibber-Arbitrage kombinieren
- Heizen bei günstigen Strompreisen – Weitere Verbraucher nach Strompreis steuern
