Gerät, Entität, Integration: Diese drei Begriffe begegnen dir in Home Assistant ständig, und sie meinen drei verschiedene Dinge. Wer das Zusammenspiel einmal verstanden hat, tut sich bei Dashboards und Automationen deutlich leichter. Im Video aus der ABC-Reihe zeige ich dir das alles direkt in meiner Oberfläche, hier die wichtigsten Punkte zum Nachlesen.
Integration, Gerät, Entität: Wer macht was
Alles spielt sich unter Einstellungen → Geräte & Dienste ab. Dort laufen die drei Begriffe zusammen, und die Kette dahinter ist eigentlich simpel.
Eine Integration verbindet Home Assistant mit einem Hersteller oder Dienst. Erst durch sie kommen Geräte überhaupt ins System. Ein Gerät ist die physische Hardware, also die Dinge, die bei dir zu Hause rumstehen und smart-home-fähig sind: die Steckdose, der Gefrierschrank, das Apple TV. Und jedes Gerät bringt Entitäten mit. Entitäten sind das, was Home Assistant versteht und steuern kann. Sie sind nichts Physisches, sondern die einzelnen Funktionen und Messwerte eines Geräts.
Merksatz: Integration bindet ein, Gerät ist die Hardware, Entität ist die steuerbare Funktion.
Ein Beispiel: die smarte Steckdose
Am greifbarsten wird das an einer smarten Steckdose, etwa von Meross. Das Gerät ist die Steckdose selbst. Als Entitäten bringt sie einen Schalter mit, über den sie an- und ausgeht. Oft kommt eine zweite Entität dazu, die den Stromverbrauch misst. Und manche Modelle haben noch einen Temperaturwert an Bord, der überwacht, ob das Gerät zu heiß wird.
Ein Gerät, drei Entitäten. In Automationen sprichst du dann nicht "die Steckdose" an, sondern gezielt eine ihrer Entitäten. So nutzt du den Verbrauchssensor zum Beispiel für eine Benachrichtigung:
1automation:
2 - alias: "Hinweis bei hohem Stromverbrauch"
3 trigger:
4 - platform: numeric_state
5 entity_id: sensor.steckdose_buero_leistung
6 above: 100
7 action:
8 - service: notify.mobile_app_daniels_iphone
9 data:
10 message: "Die Steckdose im Büro zieht gerade {{ states('sensor.steckdose_buero_leistung') }} Watt."Der Schalter und der Sensor gehören zum selben Gerät, sind aber zwei getrennte Entitäten mit eigenen IDs. Genau deshalb lohnt es sich, den Unterschied zu kennen.
So kommen neue Integrationen ins System
Unter Einstellungen → Geräte & Dienste klickst du auf "Integration hinzufügen" und suchst dir aus der Liste raus, was du brauchst. Diese Liste ist ewig lang und wird laufend gepflegt, die Chance ist also hoch, dass dein Hersteller dabei ist. Wie das im Detail läuft, steht im Guide Integrationen verstehen.
Praktisch: Oben auf der Integrationsseite zeigt dir Home Assistant Geräte an, die es in deinem Netzwerk gefunden hat, die aber noch nicht verbunden sind. Ein Klick auf "Hinzufügen", und das Gerät ist drin. Diese automatische Erkennung nimmt dir richtig viel Arbeit ab.
Fehlt eine Integration in der offiziellen Liste, wirst du oft im Community Store fündig. Über HACS installierst du Erweiterungen, die es offiziell nicht gibt. Kleiner Hinweis dazu: Nicht alles in HACS ist eine Integration. Die Bubble Card zum Beispiel ist eine Erweiterung fürs Frontend, also für deine Dashboards, keine Geräteanbindung.
Ein Blick auf ein echtes Gerät
Wie unterschiedlich viele Entitäten ein Gerät mitbringt, sieht man in meiner Geräteliste gut. Mein Gefrierschrank kommt auf 11 Entitäten: ein paar Steuerelemente, Sensoren und Diagnosewerte wie die Konnektivität, den Türalarm und den Zustand der Türen. Der Geschirrspüler bringt schon 32 Entitäten mit. Und der Kaffeevollautomat ganze 75.
Das ist von Gerät zu Gerät komplett verschieden. Eine simple Lampe hat vielleicht zwei Entitäten, ein Haushaltsgerät mit App-Anbindung Dutzende. Wenn du auf ein Gerät klickst, siehst du in der Detailansicht alle seine Entitäten sauber sortiert nach Steuerelementen, Sensoren und Diagnose.
Räume, Bereiche und Labels: Ordnung in der Geräteliste
Schon mit ein paar Integrationen wird die Geräteliste sehr schnell sehr lang. Dafür gibt es Filter: nach Bereich, nach Integration, nach Status oder nach Labels. "Gib mir nur die Geräte im Erdgeschoss" oder "zeig mir alles vom Apple TV" macht die Liste sofort übersichtlicher.
Die Filter funktionieren aber nur, wenn du deine Geräte pflegst. Ordne jedem Gerät einen Raum zu: Gerät öffnen, oben auf das Stiftsymbol klicken, Raum auswählen. Dort vergibst du bei Bedarf auch Labels, etwa "Außenbeleuchtung" für alles, was draußen leuchtet. Das kostet beim Einrichten eine Minute pro Gerät und spart dir später jede Menge Sucherei. Wie das Konzept dahinter funktioniert, zeige ich im Video zu Räumen und Bereichen.
Mit sauber zugeordneten Bereichen kannst du in Automationen sogar ganze Räume statt einzelner Entitäten ansprechen:
1automation:
2 - alias: "Licht aus im Erdgeschoss beim Verlassen"
3 trigger:
4 - platform: state
5 entity_id: person.daniel
6 from: "home"
7 action:
8 - service: light.turn_off
9 target:
10 area_id: erdgeschossDie Pflegearbeit zahlt sich also doppelt aus: bessere Filter und kürzere Automationen.
Meine Integrationen als Inspiration
Zum Abschluss ein Blick in meine Integrationsliste, vielleicht ist ja etwas dabei, das du auch zu Hause hast.
Apple TV finde ich ziemlich cool: Damit geht bei mir das Licht an und aus, je nachdem, ob gerade etwas läuft oder nicht. DoorBird ist speziell, aber für mich super, weil ich auf Klingel und Fingerabdrucksensor reagieren kann. Mit Garmin Connect habe ich mein Fitness-Dashboard gebaut. Google Drive brauche ich für meine Home Assistant Backups, damit die automatisch in der Cloud landen. Wie das funktioniert, steht im Guide Backup & Restore. Der Google Kalender erinnert mich daran, die Mülltonnen rauszustellen.
Dazu kommen die HomeKit Bridge, mit der ich Geräte ohne Apple-Home-Zertifizierung trotzdem in Apple Home verfügbar mache, kleinere Spielereien wie die Material Symbols für zusätzliche Icons, Wetter-Integrationen, meine Wärmepumpe und ein Pflanzenmonitor samt eigenem Pflanzen-Dashboard.
Genau diese Vielzahl an Integrationen macht Home Assistant für mich einzigartig. Du baust dir dein Setup exakt nach deinen Bedürfnissen zusammen, statt nur Geräte mit der passenden Zertifizierung kaufen zu dürfen, wie es bei geschlossenen Systemen wie Apple Home der Fall ist. Die sind im Schnitt teurer, und die Auswahl ist kleiner.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Gerät und Entität in Home Assistant?
Ein Gerät ist die physische Hardware, also zum Beispiel eine smarte Steckdose. Eine Entität ist eine einzelne Funktion oder ein Messwert dieses Geräts, etwa der Schalter oder der Stromverbrauchssensor. Ein Gerät bringt meistens mehrere Entitäten mit, und in Automationen sprichst du die Entitäten an, nicht das Gerät.
Wie sehe ich, welche Entitäten ein Gerät hat?
Geh auf Einstellungen → Geräte & Dienste, öffne den Reiter Geräte und klick das Gerät an. In der Detailansicht siehst du alle Entitäten, sortiert nach Steuerelementen, Sensoren und Diagnosewerten. In der Geräteliste steht außerdem direkt dabei, wie viele Entitäten jedes Gerät mitbringt.
Was mache ich, wenn es für mein Gerät keine offizielle Integration gibt?
Schau im Community Store nach. Über HACS installierst du Integrationen aus der Community, die es in der offiziellen Liste nicht gibt. Die Auswahl dort ist riesig, von Herstelleranbindungen bis zu Dashboard-Erweiterungen. Bedenke nur, dass Community-Integrationen nicht vom Home-Assistant-Team gepflegt werden.
Muss ich meinen Geräten Räume zuweisen?
Müssen nicht, aber du solltest. Ohne Raumzuordnung funktionieren die Filter in den Gerätelisten nicht, und du kannst in Automationen keine ganzen Bereiche ansprechen. Die Zuordnung dauert pro Gerät nur einen Moment: Gerät öffnen, Stiftsymbol anklicken, Raum auswählen, fertig.
