Viele Geräte im Haushalt verraten dir nicht, was sie verbrauchen. Lampen, der Gefrierschrank, die Sonos-Boxen: alles läuft, nichts wird gemessen. Mit PowerCalc rüstest du diese Werte virtuell nach, ganz ohne smarte Steckdosen. Im Video richte ich die Erweiterung komplett ein, von der Installation bis zum Energie-Dashboard. Hier die Schritte zum Nachlesen.
Was PowerCalc macht
PowerCalc erstellt virtuelle Leistungs- und Energiesensoren für Geräte, die selbst keine Messwerte liefern. Die Erweiterung beobachtet dafür den Zustand eines Geräts: Ist die Lampe an, wird ihr typischer Verbrauch angesetzt, ist sie aus, zählt nur der Standby-Wert. Bei Lichtquellen rechnet PowerCalc sogar Helligkeit und Farbe mit ein.
Das Ergebnis ist eine Schätzung, keine Messung. Aber eine erstaunlich brauchbare. Bei mir hat sich der "nicht erfasste Verbrauch" im Energie-Dashboard von 13 bis 14 Kilowattstunden am Tag auf 1,5 reduziert, einfach weil jetzt fast jedes Gerät einzeln auftaucht. Und genau darum geht es: sehen, wo die großen Verbraucher sitzen, bevor du Geld für 20 Messsteckdosen ausgibst, die sich womöglich nie rechnen.
Installation über HACS
PowerCalc ist eine Custom-Integration und kommt über HACS auf dein System. Im HACS-Store nach PowerCalc suchen, herunterladen, danach Home Assistant einmal neu starten. Der Neustart steht auch so in der Doku und ist nötig, damit die Integration auftaucht.
Anschließend gehst du auf Einstellungen > Geräte & Dienste, klickst auf Integration hinzufügen und suchst erneut nach PowerCalc. Beim Einrichtungsdialog kannst du dich einfach durchklicken, ich habe an den Voreinstellungen nichts geändert.
Erkannte Geräte mit einem Klick übernehmen
Nach der Einrichtung wird es bequem: PowerCalc durchsucht deine vorhandenen Entitäten und schlägt Geräte vor, deren Verbrauchsprofil es kennt. Bei mir tauchten unter den entdeckten Geräten Hue-Lampen und eine IKEA-Steckdose auf, inklusive korrekt erkanntem Hersteller und Modell. Du bestätigst den Vorschlag, ergänzt fehlende Angaben und fertig ist der virtuelle Sensor.
Die Basis dafür ist die Profile Library auf docs.powercalc.nl, eine lange, durchsuchbare Liste mit vermessenen Geräten. Was dort steht, wird automatisch erkannt. Alles andere legst du manuell an.
Geräte manuell anlegen
Für den Rest gibt es den manuellen Weg: noch eine PowerCalc-Instanz hinzufügen, "Manuell" wählen und eine Quellentität auswählen. Wichtig ist, dass diese Entität verrät, ob das Gerät an oder aus ist, etwa ein Schalter. Daran erkennt PowerCalc den Zustand.
Dann vergibst du einen Namen, lässt die Berechnungsstrategie auf "fixed" und trägst zwei Werte ein: die Standby-Leistung und die Leistung im Betrieb. Meine Kaffeemaschine habe ich so mit 3 Watt Standby und 30 Watt im eingeschalteten Zustand angelegt. Den Betriebswert habe ich als Mittelwert recherchiert, denn ob die Maschine gerade brüht oder Milch aufschäumt, schwankt natürlich. Für die Statistik reicht das völlig. Wer es genauer mag, hinterlegt mehrere Leistungszustände, zum Beispiel bei Mediaplayern getrennte Werte für Wiedergabe und Pause.
Schaltest du das Gerät ein, springt der virtuelle Sensor nach einem Moment um. Im Video geht die Kaffeemaschine von 3 auf 30 Watt, genau wie konfiguriert.
Gruppen bauen und ins Energie-Dashboard bringen
Mehrere Geräte fasst du zu Gruppen zusammen. Ich habe alle Sonos-Boxen in eine Standardgruppe gepackt: PowerCalc-Instanz hinzufügen, "Gruppe" wählen, Mitglieder und deren Leistungs- und Energieentitäten auswählen. Wichtig ist der Haken bei den Energiesensoren und dem Utility Meter, denn genau die brauchst du fürs Energie-Dashboard.
Dort fügst du die PowerCalc-Sensoren dann wie jedes andere Gerät hinzu. Das Ergebnis bei mir: Sonos-Gruppe 21 Watt, Kaffeemaschine 30 Watt, Gefrierschrank 22 Watt, daneben die Wärmepumpe mit 900 Watt. So eine Übersicht bringt dich auf Ideen. Die Boxen könnte man nachts auch mal vom Strom nehmen. Auf einem eigenen Dashboard rechne ich mir aus den Jahreswerten sogar die Kosten pro Gerät aus, vom Staubsaugerroboter bis zur einzelnen Box.
Eine Stolperfalle noch: Wenn deine PowerCalc-Entitäten im Energie-Dashboard nicht zur Auswahl stehen, liegt das vermutlich am Recorder. Ich habe die Aufzeichnung bei mir in der configuration.yaml auf ausgewählte Entitäten eingeschränkt, um Ressourcen zu sparen. In dem Fall musst du die neuen Leistungs- und Energieentitäten dort ergänzen und die Konfiguration neu laden. Wie das im Detail funktioniert, zeige ich auch im Video zum Utility Meter.
Häufige Fragen
Wie genau sind die PowerCalc-Werte?
Es sind Schätzungen auf Basis von Profilen oder deinen eigenen Angaben, keine Messungen. Für Geräte mit konstantem Verbrauch wie Gefrierschrank oder Lampen passt das sehr gut, bei stark schwankenden Geräten arbeitest du mit Mittelwerten. Für die Frage "Wo sitzen meine großen Verbraucher?" reicht die Genauigkeit locker.
Brauche ich trotzdem noch smarte Steckdosen?
Nur dort, wo du wirklich messen oder schalten willst. Mein Ansatz: erst mit PowerCalc schauen, ob sich ein Gerät überhaupt lohnt, statt vorab 20 Messsteckdosen zu kaufen, die sich erst nach Jahren rechnen. Für exakte Messungen einzelner Großverbraucher bleibt die Steckdose die bessere Wahl.
Warum tauchen meine PowerCalc-Sensoren nicht im Energie-Dashboard auf?
Zwei häufige Gründe: Es fehlt der Energiesensor beziehungsweise das Utility Meter, denn das Dashboard braucht Kilowattstunden, keine Watt. Oder der Recorder zeichnet die Entitäten nicht auf, weil er auf eine feste Liste eingeschränkt ist. Dann die Entitäten in der configuration.yaml ergänzen.
Welche Geräte erkennt PowerCalc automatisch?
Alle, die in der Profile Library hinterlegt sind, darunter viele Lampen von Hue und IKEA sowie Mediaplayer wie Sonos. Die Liste ist auf der PowerCalc-Webseite durchsuchbar. Nicht gelistete Geräte legst du manuell mit eigenen Leistungswerten an.
