Viele Solaranlagen und Energiemessgeräte liefern ihre Werte standardmäßig in Wattstunden (Wh). Für eine übersichtliche Darstellung und bessere Vergleichbarkeit ist jedoch die Anzeige in Kilowattstunden (kWh) oft sinnvoller. Home Assistant bietet mit sogenannten Helfern eine einfache Möglichkeit, solche Umrechnungen automatisiert und direkt im System vorzunehmen.
Wattstunden in Kilowattstunden umrechnen, warum und wie?
Die meisten Energiezähler und Sensoren geben ihre Messwerte in Wattstunden aus. Für die tägliche Auswertung, gerade bei der Überwachung von Solaranlagen oder dem Haushaltsverbrauch, ist jedoch die Einheit Kilowattstunden gebräuchlicher. Die Umrechnung ist mathematisch einfach: 1 Kilowattstunde entspricht 1.000 Wattstunden. In der Praxis kann diese Umrechnung jedoch mühsam sein, wenn sie regelmäßig manuell erfolgen muss.
Mit Home Assistant lässt sich diese Aufgabe automatisieren. Durch die Nutzung von sogenannten Helfern, konkret Template-Sensoren, können Werte direkt im System umgerechnet und als neue Sensoren auf dem Dashboard angezeigt werden. Das spart Zeit und sorgt für eine konsistente Darstellung der Energiewerte.
Technische Umsetzung mit Home Assistant Helfern
Home Assistant stellt verschiedene Helfertypen bereit, die im Bereich 'Geräte & Dienste' unter 'Helfer' erstellt werden können. Für die Umrechnung von Wh in kWh nimmst du einen Template-Sensor. Er liest den Wert des vorhandenen Sensors und teilt ihn durch 1.000.
In YAML sieht das so aus:
1template:
2 - sensor:
3 - name: "Solarertrag heute"
4 unique_id: solarertrag_heute
5 unit_of_measurement: "kWh"
6 device_class: energy
7 state_class: total_increasing
8 availability: "{{ has_value('sensor.wechselrichter_ertrag_heute_wh') }}"
9 state: >
10 {{ (states('sensor.wechselrichter_ertrag_heute_wh') | float(0) / 1000) | round(3) }}Drei Angaben entscheiden darüber, ob der neue Sensor im Energie-Dashboard und in der Statistik ankommt. unit_of_measurement: "kWh" und device_class: energy kennen die meisten. Übersehen wird gern die dritte: die state_class. Ohne sie legt Home Assistant keine Langzeitstatistik an und der Sensor taucht im Energie-Dashboard gar nicht erst zur Auswahl auf.
Welche state_class die richtige ist, hängt an der Quelle. Zählt der Ursprungssensor nur hoch und fängt periodisch bei null an, also ein Tages- oder Lebensdauerzähler, dann total_increasing. Kann der Wert auch fallen, etwa bei einem Zweirichtungszähler, dann total. Was nicht geht: state_class: measurement zusammen mit device_class: energy. Diese Kombination ist ungültig und liefert keine Statistik.
Die availability-Zeile ist kein Beiwerk. Steht der Quellsensor auf unknown oder unavailable, würde | float(0) daraus eine 0 machen. Bei total_increasing liest Home Assistant diesen Absturz auf null als Zähler-Reset und rechnet den kompletten Tagesertrag noch einmal obendrauf. Mit availability bleibt der Sensor in dem Fall einfach nicht verfügbar und die Statistik sauber.
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